Mein Ende. Dein Anfang.

Länge:
111 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
28.11.2019
Regie:
Mariko Minoguchi
Darsteller:
Saskia Rosendahl (Nora), Julius Feldmeier (Aron), Edin Hasanović (Natan), Emanuela von Frankenberg (Christiane), David Baalcke (Alexander Koppermann), Claudia Helene Hinterecker (Julia), Leonard Hohm (Tobi), Sebastian Griegel (Lukas) u. a.
Genre:
Thriller , Love Story
Land:
Deutschland, 2019

Wenn in unserem Leben alles bereits vorbestimmt wäre, hätten wir dann dennoch einen eigenen Willen und könnten uns frei entscheiden, insbesondere in Liebesdingen? Oder müssen wir uns damit abfinden, dass es mit dem einen Partner klappt und mit dem anderen eben nicht? Für den erfolgreichen Physik-Doktoranten Aron aus reichem Elternhaus ist die Sache klar: Für ihn war es Liebe auf den ersten Blick, als er der mittellosen Supermarkt-Kassiererin Nora in der U-Bahn begegnet, und das musste unausweichlich so passieren! Dumm nur, dass beide in einen Banküberfall geraten und Aron von einem der Bankräuber erschossen wird. Für Nora bricht eine Welt zusammen. Wie betäubt stürzt sie sich ins Nachtleben und verbringt die Nacht mit ihrer neuen Zufallsbekanntschaft Nathan. Oder war auch das kein Zufall? Nora wird das Gefühl nicht los, dass sie Nathan schon einmal begegnet ist. Beide haben offenbar mit einem Schicksalsschlag zu kämpfen, denn Nathans Tochter Ava ist schwer an Leukämie erkrankt und wird sterben, wenn sich nicht ein geeigneter Knochenmarkspender findet – und wer könnte das wohl sein?

Doch Vorsicht, dies ist kein simpler Liebesfilm mit Happyend im Stil von Rosamunde Pilcher. Allein schon die kunstvolle Montage mit zahlreichen Rückblenden und Zeitsprüngen sowie einem Ende, das dem Anfang des Films entspricht, trägt auf intellektuelle und emotionale Weise dazu bei, dass wir selbst eine Antwort darauf finden müssen, was wir für Schicksal oder Zufall halten und ob es gar eine höhere Instanz gibt, die unser Schicksal bestimmt. Eine wahrhaft philosophische Fragestellung für einen Debütspielfilm, dem man in der gelungenen filmischen Auflösung aber kaum anmerkt, dass die Münchner Regisseurin Mariko Minoguchi mit Hilfe ihres Physiker-Bruders sogar auf Erkenntnisse der Relativitätstheorie und der Quantenphysik zurückgegriffen hat. Mariko Minoguchi gehört daher zusammen mit Eva Trobisch (Alles ist gut), Nora Fingscheidt (Systemsprenger), Sophie Kluge (Golden Twenties) oder auch Luzie Loose (Schwimmen) zu einer jungen Generation von vielversprechenden weiblichen Filmschaffenden, die eingefahrene Gleise der Filmdramaturgie hinter sich lässt und unkonventionelle Themen auf erfrischende Weise oder ganz neu zu erzählen weiß – berührend, sehenswert und gut gespielt!

ht

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