Alles ist gut

Länge:
93 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
27.09.2018
Regie:
Eva Trobisch
Darsteller:
Aenne Schwarz, Hans Löw, Andreas Döhler, Tilo Nest, Lisa Hagmeister, Lina Wendel
Genre:
Drama
Land:
Deutschland, 2018

Alles ist gut – das sagt sich die junge Janne immer wieder, wenn sie an das Ereignis einer Nacht zurückdenkt. Gemeinsam mit ihrem Freund Piet war sie nach München gekommen. Um ihre Beziehung steht es nicht besonders, auch das gemeinsame berufliche Projekt, der Aufbau eines kleinen Verlags, steckt in der Krise. Bei einem Klassentreffen erhält sie von einem ehemaligen Klassenkameraden, mittlerweile Chef eines großen Verlags, ein lukratives Jobangebot. Der Chef stellt ihr seinen Schwager Martin vor, der auch im Verlag arbeitet. Martin und Janne ziehen nachts durch die Clubs. Sie erlaubt ihm, bei ihr übernachten zu dürfen. Martin sieht darin eine Aufforderung zum Beischlaf. Für Janne ist es eine freundschaftliche Geste. Es kommt zum Konflikt. Martin schläft mit Janne gegen ihren Willen.

Gegenüber Piet verschweigt Janne, was geschehen ist. Sie versucht für sich – wie Regisseurin Eva Trobisch sagt – die Situation zu „ermächtigen“. Janne möchte sich nicht als Vergewaltigungsopfer in eine Ecke gestellt sehen. Sie möchte als selbstbewußte, selbstbestimmte Frau die Deutungshoheit über die Situation behalten. Sie möchte für sich klären, was da zwischen Martin und ihr in der Nacht abgelaufen ist. Die Situation verschärft sich weiter, weil Janne Martin bei ihrem neuen Verlagsjob ständig begegnet. Auch er versucht die Situation zu klären, versucht halbherzige Entschuldigungen. Und für die Beziehung zu Piet hat das Geschehen in der Nacht auch fatale Konsequenzen.

Wie nicht-einvernehmlichen Sex verarbeiten? Wie sich einer solchen Situation vergewissern und „ermächtigen“? Dass sind die Fragen, die Regisseurin Eva Trobisch in der Geschichte ihres Debütfilms „Alles ist gut“ umtreiben. Die Antworten, die ihr ganz unaufgeregt erzählter und alltagsrealistisch inszenierter Film gibt, sind (natürlich) dramaturgisch zugespitzt, liefern aber gerade daher neue Perspektiven auf die aktuellen Debatten um Sexismus und sexualisierte Gewalt. So wurde der Film zu Recht beim Filmfest München und nun gerade beim Internationalen Filmfestival von Locarno mit Debütpreisen ausgezeichnet.

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