Zwischen uns

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
86 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
16.06.2022
Regie:
Max Fey
Darsteller:
Liv Lisa Fries (Eva), Jona Eisenblätter (Felix), Thure Lindhardt (Pelle), Lena Urzendowsky (Elena), Corinna Harfouch (Kinderpsychologin)
Genre:
Drama
Land:
Deutschland, 2020

„Zwischen uns“ kann jede Menge sein. Zum Beispiel etwas, das uns verbindet: Vielleicht besteht zwischen uns ein besonders enges Band. Oder aber etwas, das uns trennt: Vielleicht steht zwischen uns ein unüberbrückbarer Abgrund. In seiner Mutter-Sohn-Geschichte lässt Autor und Regisseur Max Fey beides zusammenfließen.


Darum geht es in „Zwischen uns“?


„Was machst du, wenn dich jemand bedrängt“, fragt Eva ihren 13-jährigen Sohn. Felix antwortet wie auswendig gelernt: „Beobachten, überlegen, was mich stört, und bitten, dass er damit aufhört“. Das Problem ist, dass es dem autistischen Felix schwerfällt, sich an diese Regel zu halten. Er leidet unter Angst- und Wutattacken und schlägt zu, wenn er sich nicht mehr zu helfen weiß. Die Einzige, zu der er Vertrauen hat und die sich bei ihm durchsetzen kann, ist seine alleinerziehende Mutter. Sie kämpft verzweifelt darum, dass Felix nicht ausgegrenzt und als „Problemfall“ behandelt wird. Doch immer wieder wird Eva in der Schule vorgeladen oder muss ihren Sohn abholen, weil er „ausgetickt“ ist und sich nicht beruhigen lässt. Auch wenn Eva mit Felix geduldig und verständnisvoll umgeht, in Wirklichkeit ist sie überfordert und wirkt wie eine Getriebene. Als dann die Situation eskaliert und Felix sogar seiner Mutter gegenüber gewalttätig wird, müssen beide neue Wege für sich finden.


Lohnt sich der Film für dich?


Das Spielfilmdebüt von Max Fey handelt von grenzenloser Mutterliebe, von Verzweiflung und vom Loslassen. Felix wünscht sich nichts sehnlicher, als dass er „niemandem mehr weh tut“ und tut es doch immer wieder. Eva steht bedingungslos für ihren Sohn ein und vergisst dabei ihre eigenen Bedürfnisse. Verzichtet auf eine Partnerschaft, weil sich niemand den Stress mit ihrem Sohn antun will. Nimmt in Kauf, dass sie ihre Arbeit verliert. Für beide führt diese enge Beziehung in eine Sackgasse, zumal Felix immer älter wird und Eva ihm kräftemäßig nicht mehr gewachsen ist. Eine Trennung ist angesagt. Dass dies ein schwieriger Prozess ist, zeigt dieser Film auf bewegende Weise. Der Fokus liegt dabei auf der überlasteten Eva, eindringlich gespielt von Liv Lisa Fries („Und morgen Mittag bin ich tot“„Staudamm“„Lou Andreas-Salomé“). Aber auch der innere Konflikt von Felix bekommt einen breiten Raum. Jona Eisenblätter („Max und die Wilde 7“), der ürigens 14 Jahre alt ist, spielt den wortkargen, in sich zurückgezogenen Jungen ebenso ziemlich überzeugend. Das Zusammenspiel der Beiden, das hervorragend auf den Punkt gebrachte Drehbuch und die leisen, aber dennoch atmosphärisch dichten Bilder ziehen in den Bann und provozieren ein Nachdenken darüber, dass Liebe nicht nur Nähe, sondern auch Loslassen bedeutet.

Barbara Felsmann

Anbieter

FilmverleihWild Bunch Germany