Planet der Affen: Survival

Länge:
140 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
2017-08-03
Regie:
Matt Reeves
Darsteller:
Andy Serkis (Caesar), Woody Harrelson (Colonel), Karin Konoval (Maurice), Steve Zahn (Bad Ape), Michael Adamthwaite (Luca), Terry Notary (Rocket)
Genre:
Science-Fiction , Abenteuer , Action , (Anti-)Kriegsfilm
Land:
USA, 2017
Hoch waren die Erwartungen nicht, als 2011 mit „Planet der Affen: Prevolution“ eine Auffrischung des von Pierre Boulle erdachten Romanstoffes in die Kinos kam, der 1968 erstmals verfilmt wurde. Mit seiner neuen Vorgeschichte rund um den intelligenten Schimpansen Caesar konnte das Science-Fiction-Abenteuer allerdings Kritik und Publikum überzeugen, weshalb nicht wenige dem Nachfolger „Planet der Affen: Revolution“ gespannt entgegenfieberten. Filmemacher Matt Reeves („Let Me In“, „Cloverfield“), der den Regiestab von Rupert Wyatt übernommen hatte, beschrieb darin eine düstere Untergangshandlung, die ihre Hauptfigur und deren innere Konflikte trotz großer Schauwerte nie aus den Augen verlor. Der dritte Teil der Reihe „Planet der Affen: Survival“ schlägt in dieselbe Kerbe und erweist sich als erstaunlich reifes, moralisch komplexes Blockbuster-Kino, das unverkennbar von Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsparabel „Apocalypse Now“ beeinflusst wurde.

Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen den von Caesar angeführten Affen und den durch einen Virus stark dezimierten Menschen haben sich die Primaten wieder in den Schutz der Wälder zurückgezogen, wo sie einfach nur in Frieden leben wollen. Ein skrupelloser Colonel ist allerdings besessen von dem Gedanken, die Tiere ein für alle Mal auszurotten, und macht daher unablässig Jagd auf sie. Als er das Versteck der Affen überfällt und einige Mitglieder aus Caesars Familie kaltblütig ermordet, wird der Schimpanse von starken Rachegefühlen übermannt. Während seine Gemeinschaft aufbricht, um an einem anderen Ort ein neues, sicheres Zuhause zu finden, heftet sich das Oberhaupt der Affen mit seinen treuen Gefolgsleuten Maurice, Luca und Rocket an die Fersen des Colonels.

Zeichnete die Reihe Caesar bislang eher als besonnenen, um Verständigung bemühten Anführer, der im zweiten Teil das vom Menschenhasser Koba angezettelte Blutvergießen entschlossen beendete, lernt der Zuschauer im neuen Kapitel einen zunehmend verbitterten Primaten kennen, den nach dem persönlichen Schicksalsschlag ein ungesunder Zorn erfasst. Obwohl ihn etwa der Orang-Utan Maurice, die gute Seele des Films, mehrfach von den Vergeltungsplänen abbringen will, hat Caesar einen Punkt erreicht, an dem er seinem toten Widersacher Koba immer ähnlicher wird. Das moralische Dilemma des Protagonisten gerät aufgrund vieler ruhiger Momente umfassend in den Blick und geht dank der einmal mehr famosen Performance-Capture-Arbeit des britischen Schauspielers Andy Serkis tief unter die Haut. Wie alle anderen Affen stammt auch der hochintelligente Schimpanse aus dem Rechner. Dass hinter dem täuschend echt animierten Wesen ein menschlicher Darsteller steht, daran lässt die erstaunlich differenzierte Mimik jedoch keinen Zweifel.

Die Bezüge zum Kinomeilenstein „Apocalypse Now“ treten schon in der Anfangspassage zu Tage, wenn ein Einsatztrupp des Colonels im dichten, regennassen Wald eine Affenfestung angreift. Noch deutlicher sind die Parallelen in der Figur des Antagonisten auszumachen, der ähnlich dem von Coppola erschaffenen Tyrannen Kurtz ein irrsinniges Schreckensregime errichtet hat. In einer hochintensiven Szene zwischen Caesar und dem Colonel wird nicht nur dessen Wahn ersichtlich. Nebenbei verleiht das von Reeves und Mark Bomback verfasste Drehbuch dem Soldaten zudem einen tragischen Hintergrund, der ihn über das Standard-Bösewicht-Schema hinaushebt. Überraschend ist in diesem Zusammenhang auch die finale Konfrontation, die das altbekannte Rachemuster gelungen abwandelt.

Wirkt „Planet der Affen: Survival“ nach dem ersten Akt vor allem wie ein Schneewestern im Stile von „The Revenant – Der Rückkehrer“, wähnt man sich nach Caesars Ankunft am Rückzugsort des Colonels zuweilen in einem düsteren KZ-Film. Handlungsort ist hier ein Gefangenenlager in einer imposanten Berglandschaft, in dem ausgemergelte, misshandelte Affen Zwangsarbeit verrichten müssen. Ein bedrückender Anblick und eine bittere Bestandsaufnahme menschlicher Zerstörungswut. Erwartungsgemäß bietet der grimmige Science-Fiction-Blockbuster einige groß angelegte Actionsequenzen auf, drängt – das ist die positive Nachricht – die emotionale Reise Caesars damit aber keineswegs in den Hintergrund.

Kinostart: 03.08.2017

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