Paradise Hills

Länge:
95 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
29.08.2019
Regie:
Alice Waddington
Darsteller:
Emma Roberts (Uma), Milla Jovovich („Die Herzogin“), Eiza González (Amarna), Danielle Macdonald (Chloe), Awkwafina (Yu), Jeremy Irvine (Markus)
Genre:
Science-Fiction , Fantasy , Drama
Land:
Spanien, 2019

In einer nicht genauer benannten Zukunft erwacht Uma auf einer paradiesisch anmutenden Insel, die eine exklusive Erziehungsanstalt beheimatet. Aus den Gesprächen mit ihren Mitbewohnerinnen und der zwielichtigen Heimleiterin, die bloß „Die Herzogin“ genannt wird, kann sie sich zusammenreimen, was genau an diesem Ort geschieht. Offenbar sollen die anwesenden jungen Frauen auf Betreiben ihrer Familien lernen, zu besseren Menschen zu werden und ihre angedachten Rollen ausfüllen. Uma selbst sträubt sich gegen die von ihrer Mutter arrangierte Heirat mit einem Mann aus reichem Hause und muss schon bald höchst merkwürdige Behandlungen über sich ergehen lassen, die nur ein Ziel verfolgen: ihren Widerstand zu brechen. Die übertriebene Freundlichkeit der Anstaltsbediensteten und die geradezu märchenhafte Umgebung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf der Insel etwas Grauenvolles vor sich geht. Wenig verwunderlich plant Uma mit ihren neuen Freundinnen irgendwann die Flucht.

Ein bisschen erinnert das Spielfilmdebüt der Spanierin Alice Waddington an Danishka Esterhazys dystopischen Thriller Level 16, der ebenfalls von einer abgeschotteten, nach strengen Regeln funktionierenden Einrichtung erzählt. Leben die Protagonistinnen dort allerdings in einem tristen, fensterlosen Gebäude, wandeln Uma und ihre Leidensgenossinnen durch eine bunte, surreal wirkende Welt, in der die Farben Rosa und Weiß dominieren. Paradise Hills macht einen seltsam verwunschenen Eindruck, verbreitet aber gerade wegen seiner aufdringlichen Schönheit handfestes Unbehagen. Die Welt, die Waddington in ihrem Erstlingswerk entwirft, ist ein bizarrer, etwas diffuser Mix aus alten, an die Barock-Zeit angelehnten und futuristischen Elementen. Fliegende Autos sind hier ebenso zu finden wie prächtig wallende Ballkleider. Im Denken scheinen die Menschen hingegen komplett rückwärtsgewandt. Frauen werden nach den Vorstellungen ihrer Umgebung geformt, dürfen keine eigenen Wünsche haben und sollen sich dem Vorbestimmten fügen. Umas Aufbegehren ist ein Zeichen der Emanzipation, dessen Potenzial der optisch berauschende Film aber nur ansatzweise zu nutzen weiß. Während in die Ausstattung, die Kostüme und die Bildgestaltung unübersehbar viel Sorgfalt geflossen ist, erscheint das von Brian DeLeeuw und Nacho Vigalondo („Colossal“, Open Windows, Timecrimes) verfasste Drehbuch keineswegs vollends ausgereift. Sowohl die Geschichte als auch die Zeichnung der Figuren hätten noch einiges an Feinschliff benötigt. Dass Umas Schicksal den Zuschauer trotzdem nicht ganz kalt lässt, liegt vor allem an einem wendungsreichen letzten Drittel, das ein paar ordentliche Spannungsmomente in petto hat.

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