Dem Horizont so nah

Länge:
109 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
10.10.2019
Regie:
Tim Trachte
Darsteller:
Luna Wedler (Jessica), Jannik Schürmann (Danny), Luise Befort (Tina), Victoria Mayer (Jessicas Mutter), Stephan Kampwirth (Jessicas Vater), Frederick Lau (Dogan) u.a.
Genre:
Drama , Jugend , Literaturverfilmung
Land:
Deutschland, 2019

2016 erschien Jessica Kochs Erstlingsroman „Dem Horizont so nah“, in dem sie eigene Erlebnisse in ihrer Jugend verarbeitet hat und mit dem sie sofort einen Bestseller landete. Nun hat Drehbuchautorin Ariane Schröder („Hin und weg“) die autobiographisch gefärbte Vorlage fürs Kino adaptiert und Regisseur Tim Trachte („Abschussfahrt“, „Die Vampirschwestern 3“) inszenierte diese zu Herzen gehende Liebesgeschichte. Jessica ist gerade 18 geworden, hat ihren Führerschein gleich auf Anhieb geschafft und allen Grund zu feiern. Auf dem Rummel lernt sie den zwei Jahre älteren Danny kennen. Danny besitzt scheinbar alles, was Mädchenherzen höherschlagen lässt: ein super Aussehen, Charme und Schlagfertigkeit. Später bekommt Jessica auch noch mit, dass Danny viel Geld hat und teure Autos fährt. Denn das behütete Mädchen, das im Cateringbetrieb der Eltern mitarbeitet, sorgt bei einer Fotosession für Unterwäschewerbung für das leibliche Wohl der Stars und trifft so Danny wieder. Obwohl eine Beziehung aussichtslos scheint, verliebt sie sich unsterblich in das Model. Aber auch Danny geht die so natürlich wirkende, selbstbewusste und in sich ruhende Jessica nicht aus dem Kopf. Eine romantische Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang, bis Jessica bemerkt, dass Danny jegliche körperliche Berührung meidet, unzählige Narben auf dem Rücken hat und nicht über seine Vergangenheit sprechen will. Als sich Danny doch allmählich öffnet, wird Jessica klar, dass es eine gemeinsame, glückliche Zukunft für sie beide nicht geben kann. Jessica muss sich entscheiden, ob sie ihre Vernunft walten lässt und sich von Danny trennt oder für ihre Liebe, und dauert sie noch so kurz, kämpft.

An Dramatik und großen Gefühlen mangelt es dieser Verfilmung nicht und Fans von Jessica Kochs inzwischen zu einer Trilogie angewachsenen Geschichte werden sicher nicht enttäuscht sein. Zumal hier mit einer tollen Besetzung aufgewartet wird: European Shooting Star Luna Wedler („Blue My Mind“, „Das schönste Mädchen der Welt“) spielt frisch und emotional eine Jessica, die sich harten Wahrheiten widersetzt, während sich der bereits mehrfach ausgezeichnete Theater-, TV- und Filmschauspieler Jannik Schürmann („Die Mitte der Welt“, „LenaLove“) im Spagat zwischen einem reichen Dandy und einem zerbrochenen, schwerkranken Danny versucht. Wunderbar und überzeugend auch Luise Befort, die eine zutiefst verletzte Tina spielt, die mit ihren Kindheitserlebnissen und anschließenden Drogenexzessen nicht fertig werden kann. Doch bei allem Bemühen um Wahrhaftigkeit geht die Geschichte nicht wirklich unter die Haut, sondern hangelt sich beständig am Kitsch vorbei. Vor allem das Setting, die Hochglanzdesign-Wohnung von Danny, die mit der Lebensrealität eines Zwanzigjährigen und dessen traumatisierter Freundin nichts zu tun hat, die kitschig-romantischen Dates, die Danny für Jessica organisiert, erinnern fatal an das sonntagabendliche ZDF-Herzkino. Dafür, dass diese tragische Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, fehlt es der Leinwandinszenierung leider an realistischen Bildern und Momenten.

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