The Dead Don't Die

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
105 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
13.06.2019
Regie:
Jim Jarmusch
Darsteller:
Bill Murray (Cliff Robertson), Adam Driver (Ronnie Peterson), Tilda Swinton (Zelda Winston), Chloë Sevigny (Mindy Morrison), Tom Waits (Hermit Bob), Steve Buscemi (Miller), Caleb Landry Jones (Bobby Wiggins), Danny Glover (Hank Thompson)
Genre:
Horror , Komödie
Land:
USA, 2019

In Centerville können Polizeichef Cliff Robertson und seine Kollegen Ronnie Peterson und Mindy Morrison eine ruhige Kugel schieben. Aufsehenerregendes geschieht in dem 738-Einwohner-Städtchen im Grunde nie. Als jedoch die Erdachse durch Bohrungen an den Polkappen aus dem Gleichgewicht gerät, kommt es auch in der beschaulichen Ortschaft zu seltsamen Veränderungen. Urplötzlich ist es länger dunkel als gewöhnlich. Und noch dazu verhalten sich viele Tiere äußerst merkwürdig. Mit Anbruch der Nacht steigen aus den Gräbern des Friedhofs die ersten Toten und fallen nur wenig später in einem Diner über die arglosen Anwesenden her. Beim Anblick der übel zugerichteten Leichen am nächsten Morgen gerät Robertson ins Grübeln, während Peterson umgehend ahnt, was vor sich geht: Offenbar findet in Centerville eine Zombie-Apokalypse statt, die schon bald weitere Opfer fordert.

Wer das Werk des US-Independent-Regisseurs Jim Jarmusch (Paterson, Only Lovers Left Alive, The Limits of Control) kennt, wird trotz der wandelnden Untoten keinen konventionellen Horrorstreifen erwarten. Einmal mehr baut der für seinen langsamen Erzählrhythmus und seinen trockenen Witz bekannte Autorenfilmer Genre-Motive in eine eigenwillige Geschichte ein, in der sich zahlreiche exzentrische Figuren tummeln. Betont gemächlich entfaltet er vor den Augen des Zuschauers seinen verschlafen-idyllischen Kleinstadtkosmos und drückt den Fuß auch dann nicht aufs Gaspedal, wenn die Zombies Centerville durchstreifen. Erstaunlich gefasst reagieren die meisten Bewohner auf die schnell überhandnehmenden Angriffe, wobei sich vor allem die schwertschwingende Bestatterin Zelda Winston in ihrer Unerschrockenheit hervortun kann.

Thematisch arbeitet sich Jarmusch nicht nur an der menschengemachten Zerstörung unseres Planeten ab, sondern greift auch unsere Konsumhörigkeit und unsere Fixierung auf technische Errungenschaften an. Fast alle Untoten murmeln Dinge vor sich hin, die in ihrem früheren Leben eine große Bedeutung hatten. Manch einen dürstet es zwanghaft nach Kaffee. Andere dagegen sehnen sich nach ihrem WLAN. Einige Gags verfehlen ihre Wirkung sicher nicht. Und das Zusammenspiel der Darsteller – besonders im Fall Bill Murrays und Adam Drivers – ist durchaus amüsant. Zu einer bissig-cleveren Satire verbindet Jarmusch seine absurden Einfälle jedoch nicht. Allzu oft erscheint „The Dead Don’t Die“ wie eine Nummernrevue, die eher willkürlich gesellschaftliche Probleme und Verweise auf andere Filme und Regisseure aneinanderreiht. Ins Bild passt es da auch, dass einige Witze totgeritten werden und so jeglichen Charme verlieren. Als Variation des Zombie-Motivs hat die schräge Horrorkomödie fraglos ihren Reiz. Rückblickend bleibt aber zu viel Potenzial ungenutzt.

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