Outer Banks

Serienstart:
15.04.2020
Staffel:
1
Folgen:
10
Länge der Folgen:
42 Min
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
keine Angabe
Regie:
Jonas Pate, Cherie Nowlan, Valerie Weiss
Darsteller:
Chase Stokes (John B), Madison Bailey (Kiara), Jonathan Daviss (Pope), Rudy Pankow (JJ), Madelyn Cline (Sarah), Austin North (Topper), Drew Starkey (Rafe) u. a.
Genre:
Abenteuer , Drama , Jugend
Land:
USA, 2020

„Outer Banks“ ist eine jener Serien, die nur allzu leicht vorüberziehen, wenn uns der Netflix-Algorithmus nicht gerade mit der Nase drauf stößt. Denn die abenteuerliche Schatzsuche einer Gruppe von Jugendlichen im Insel-Paradies wirkt auf den ersten Blick eher unscheinbar. Und es braucht auch ein paar Folgen, um mit der Serie wirklich warm zu werden. Doch es lohnt sich, über ein paar Schwächen hinwegzusehen und dranzubleiben – denn dann entwickelt „Outer Banks“ ordentlich Zugkraft und macht richtig Spaß.


Was dich in der ersten Staffel von „Outer Banks“ erwartet:


In Outer Banks sind Arm und Reich ganz klar getrennt: Auf der einen Seite der US-amerikanischen Insel leben die „Kooks“ in prunkvollen Häusern und haben Yachten. Auf der anderen Seite leben die „Pogues“, die für sie arbeiten. Und wenn es mal zu Konflikten kommt, wird schnell deutlich, wer die Oberhand hat. Das ist oft ungerecht – aber so läuft es nun mal auf der Insel. Alle wissen das.

Doch John B und seine Freunde JJ, Kiara und Pope machen das Beste draus – immerhin befinden sie sich an einem paradiesischen Ort und können das in ihrer Freizeit voll auskosten. Nur dass sein Vater seit Monaten verschollen ist und ihm das Jugendamt im Nacken sitzt, macht John B noch immer sehr zu schaffen. Er glaubt daran, dass sein Vater lebt und weiterhin auf der Suche nach dem legendären Wrack der Royal Merchand ist. Mit einer Goldladung im Wert von 400 Millionen Dollar.

Tatsächlich finden die vier sogar bald schon selbst eine heiße Spur zum Goldschatz und starten in ein aufregendes Abenteuer. Dabei treffen sie auf korrupte Polizisten, werden von Schmugglern und Drogendealern gejagd und geraten außerdem in einen kleinen Dauerkrieg mit den reichen Kids. Als wäre das nicht genug, verliebt sich John B dann auch noch ausgerechnet in ein Kook-Mädchen, was den ganzen Trubel noch verstärkt und die Freundschaft der vier auf eine harte Probe stellt.


Lohnt sich die Serie „Outer Banks“?


In der ersten Folge wirkt „Outer Banks“ noch wie eine eher plumpe Story über eine Gruppe Surfer-Kids, die zwar kein Geld haben, das aber über eine coole Ausstrahlung locker wettmachen. Witzigerweise erinnert John B sogar ein bisschen an Ralf Bauer aus der deutschen Surfer-Serie „Gegen den Wind“ (falls die überhaupt noch jemand kennt). Er und JJ sind vor allem Draufgänger, Pope ist der kluge und zugleich übervorsichtige Nerd und Kiara das Mädchen, das die Gruppe mit Idealismus und gesundem Menschenverstand zusammenhält – während (natürlich) alle ein bisschen verliebt in sie sind. Und auf der anderen Seite sind da eben anstrengende Erwachsene und arrogante Wohlstandskinder, die ihnen das Leben schwer machen. Anfangs macht „Outer Banks“ den Eindruck, lediglich eine „ganz nette“ Serie für zwischendurch zu sein. Denn es wirkt zunächst alles sehr oberflächlich und dementsprechend nicht besonders vielversprechend. Das ändert sich aber ab der dritten Folge!

Nach und nach lernen wir die Menschen hinter der Fassade kennen und verstehen immer mehr, warum sie sich so geben. Auf einmal sind wir emotional voll dabei und erleben mit, anstatt einfach nur zuzusehen. Das macht besonders bei John B und JJ einen riesigen Unterschied, die mit ihrer aufgesetzten Coolness am Anfang nicht gerade sympathisch wirken. Im Verlauf ihrer Schatzsuche müssen alle aus der Gruppe – und nicht nur sie – mehrfach über ihren Schatten springen, was Spaß macht und irgendwie sogar ein bisschen für eigene Herausforderungen motiviert. Und spätestens mit der Romeo-und-Julia-Story zwischen John B und der reichen Lieblingstochter Sarah wird es auf eine angenehm verquere Weise auch noch richtig süß. Während die Schatzsuche zugleich ordentlich an Fahrt gewinnt.

Alles in allem ist „Outer Banks“ zwar kein genialer Wurf wie „Sex Education“ oder „The Umbrella Academy“. Aber beim zweiten Hinsehen eine absolut sympathische Serie, der man durchaus eine Chance geben sollte. Nicht zuletzt, weil es hier ausnahmsweise mal nicht um Schule geht.


 

Marius Hanke

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch

Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (33. Woche 2020).