Sex Education – 1

Serienstart:
11.01.2019
Staffel:
1
Folgen:
8
Länge der Folgen:
46 - 60 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Ben Taylor, Sophie Goodhart, Alice Seabright
Darsteller:
Otis (Asa Butterfield), Jean (Gillian Anderson), Eric (Ncuti Gatwa), Maeve (Emma Mackey), Adam (Connor Swindells), Jackson (Kedar Williams-Stirling) u. a.
Genre:
Jugend , Drama , Comedy
Land:
Vereinigtes Königreich, 2019

Mit „Sex Education“ prescht Netflix mitten hinein in die alltäglichen Sex-Probleme von College-Schüler*innen. Und erzählt dabei von vorgetäuschten Orgasmen beim Mann, über fehlende Lust und ungewollte Schwangerschaften bis hin zur großen Herausforderung, als Teil einer erzkonservativen Familie die eigene Homosexualität zu akzeptieren. Diese bunte Mischung an Lebenserfahrungen ist mitunter wagemutig wild inszeniert, super witzig und dabei durchaus lehrreich.


Was dich in der ersten Staffel von „Sex Education“ erwartet:


Otis gehört nicht gerade zu den coolen Kids an seiner Schule. Und wie es scheint, wird er wohl auch auf ewig Jungfrau bleiben. Was umso peinlicher ist, da bei seinem besten Freund Eric und überhaupt an seiner Schule in Sachen Sex gerade ganz schön die Post abgeht. Selbst seine alleinerziehende Mutter Jean bringt ständig neue Abenteuer mit nach Hause. Dabei sieht es nicht so aus, als würde die offene Art der selbstbewussten Sex-Therapeutin auf den Sohn abfärben. Denn Otis bekommt es nicht mal über sich, zu masturbieren.

Doch dann sorgt eine Reihe von Zufällen dafür, dass Otis – im Team mit der krisenerprobten Außenseiterin Maeve – sein eigenes Talent als Sex-Therapeut entdeckt: Indem sie gemeinsam Adam helfen, dem Sohn des Schulleiters, der beim Sex mit seiner Freundin noch nie einen Orgasmus hatte und ihn immer vorspielen musste. Otis Tipps zeigen unmittelbar Wirkung. Und schon ist eine neue Idee geboren: Sie starten eine Sex-Beratung für ihre Mitschüler*innen. Maeve sorgt für neue Kundschaft und Otis löst die Probleme. Natürlich gegen eine ordentliche Bezahlung.

Der Plan geht tatsächlich auf – und plötzlich ist Otis Ansprechpartner Nr. 1 an der Schule, sobald es um Probleme beim Sex geht. Aber natürlich machen sich auch erste Hürden bemerkbar und das große Geschäft gerät ins Wanken. Außerdem merkt Otis schon bald, dass er sich in Maeve verliebt hat. Was nicht gerade dadurch besser wird, dass auch Jackson – der große und verdammt gutaussehende Sport-Champion der Schule – auf Maeve steht und deshalb ausgerechnet Otis um Rat bittet. Und selbst der immer gut gelaunte Eric macht eine schwere Zeit durch, nachdem er mehrfach Anfeindungen wegen seiner Homosexualität ertragen muss. Alles in allem also ein ganz schön abenteuerliches und herausforderndes Schuljahr.


Warum „Sex Education“ richtig gut ist …


Allein, dass die Serie so offen mit Sex-Problemen umgeht, macht „Sex Education“ absolut sympathisch. Immerhin kommt hier einiges auf den Tisch, worüber sonst nur selten bis gar nicht geredet wird. Oder Rat nur von Leuten kommt, die sich selbst eigentlich gar nicht so wirklich auskennen. „Sex Education“ macht also genau das, was der Titel verspricht – und ist noch richtig cool dabei.

Außerdem geht es natürlich nicht nur um Sex, sondern um vieles, was wir so oder so ähnlich aus unserem eigenen Leben kennen: Probleme mit den Eltern (oder andersherum mit den Kindern), Mobbing und Streitereien innerhalb der Schule, herausfinden müssen, wer du wirklich bist und was du eigentlich willst. Das Gefühl, allein zu sein und für alles hart kämpfen zu müssen – und dann Schwierigkeiten haben, andere an dich heranzulassen, wenn du plötzlich doch Menschen um dich herum hast, denen du wichtig bist. Allein ein paar Folgen reichen schon, um mittendrin zu sein und voll mitzufühlen. Weil so viele alltägliche Probleme zur Sprache kommen – mit mitunter außergewöhnlichen und zum Teil ziemlich genialen Lösungen. Und dabei wird auch deutlich, dass selbst die beste Aufgeklärtheit das Leben nicht wirklich leichter macht, sondern wir alle mit unseren Herausforderungen zu kämpfen haben.

Und nicht zuletzt ist es einfach eine tolle Truppe, die uns durch die (leider nur) acht Folgen von „Sex Education“ begleitet: Otis ist in seiner unnötigen Verkopftheit irgendwie niedlich und auf gewöhnungsbedürftige Weise sympathisch. Eric verkörpert mit seinen ausdrucksstarken Auftritten in bunten Outfits ein Mit-sich-selbst-im-Reinen-Sein, dass wir uns wohl häufig für uns selbst wünschen. Und Maeve zeigt sehr deutlich, wie vielschichtig wir manchmal sein können. Und dass Außenwirkung und Innenleben oft alles andere als deckungsgleich sind. Um nur einen ersten Eindruck zu geben – denn uns erwarten noch viele weitere spannende Menschen rund um diese drei Freund*innen.

Damit lässt sich sagen: „Sex-Education“ ist ein Muss für alle Serien-Fans, die auf eine ausgewogene Mischung aus klug und unterhaltsam stehen. Und wie praktisch, dass es danach direkt mit Staffel 2 weitergehen kann …

Marius Hanke

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (2. Woche 2019).