Eine Handvoll Wasser

Länge:
94 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
11.11.2021
Regie:
Jakob Zapf
Darsteller:
Jürgen Prochnow (Konrad), Milena Pribak (Thurba), Pegah Ferydoni (Thurbas Mutter Amal), Anja Schiffel (Konrads Tochter Ingrid) u. a.
Genre:
Drama
Land:
Deutschland, Frankreich, 2019

Wenn Alt und Jung unter außergewöhnlichen Umständen aufeinandertreffen, können daraus ebenso amüsante wie herzerwärmende Szenen entstehen. Der Frankfurter Regisseur Jakob Zapf hat sein Spielfilmdebüt „Eine Handvoll Wasser“ genutzt, um mit dieser besonderen Energie zu arbeiten und zu zeigen, wie gerade aus dem Überwinden von Unterschieden ein umso schöneres Mit- und Füreinander entstehen kann.


Was dich in „Eine Handvoll Wasser“ erwartet:


Der 85-jährige Konrad ist nicht gerade für seine gute Laune bekannt. Vielmehr ist er jedes Mal genervt, wenn die neugierige Nachbarin einen Plausch an seinem Gartentor anbahnt. Den Kontakt zu seiner Tochter lässt er auch eher schleifen, seit sie eine Frau heiraten will. Konrad ist lieber allein, kümmert sich gewissenhaft ums Haus und verbringt die Zeit mit sich und seinen Fischen.

Kaum verwunderlich also, dass er direkt die Nagelpistole zur Hand hat, als er spätabends Geräusche aus dem Keller hört. Als sich die Tür unten öffnet, feuert er ab – und merkt zu spät, dass es ein junges Mädchen ist, das er am Arm verletzt. Die 11-jährige Thurba sucht eigentlich nur einen Unterschlupf und etwas zu essen. Denn sie ist zu Hause abgehauen, weil die Polizei vor der Tür stand, um sie und ihre Familie abzuschieben. Solange sie sie nicht finden, geht das glücklicherweise nicht. Konrad wäre es ja am liebsten, wenn sie direkt wieder verschwindet. Aber gerade mit der Verletzung hat er dann doch ein schlechtes Gewissen und so nimmt er sie widerwillig für eine Nacht bei sich auf. Aus der holprigen Begegnung wächst schließlich so etwas wie eine Freundschaft – und ehe er sich versieht, hat sich Konrads Leben komplett verändert und auch er selbst hat eine Wandlung durchlaufen: Denn er will Thurba tatsächlich helfen. Trotz seiner Vorbehalte und obwohl das ganz schön riskant ist.


Lohnt sich der Film „Eine Handvoll Wasser“ für mich?


Während der Trailer zunächst eine typische Grummels-Komödie wie „Ein Mann names Ove“ erwarten lässt, ist „Eine Handvoll Wasser“ letztendlich doch eher ruhig inszeniert. Statt aneinandergereihter Situationskomik bekommen wir immer mehr kleine Einblicke in die so unterschiedlichen Leben von Konrad und Thurba – und sehen dabei zu, wie eine ungewöhnliche Freundschaft und damit auf beiden Seiten auch neue Hoffnung entsteht. Währenddessen wird nahezu der gesamte Film von Streichmusik begleitet und wirkt dadurch fast schon wie ein Orchesterstück mit Bildern, das eine unscheinbare und zugleich besondere Geschichte erzählt. Manchmal auf etwas unbeholfene Weise, was aber wettgemacht wird durch das starke Zusammenspiel von Nachwuchsdarstellerin Milena Pribak und dem seit rund 50 Jahren vor der Kamera agierenden und weltweit bekannten Star-Schauspieler Jürgen Prochnow („Leanders letzte Reise“, „Kundschafter des Friedens“). Ein schöner, berührender Film mit ein paar unterhaltsamen Momenten. Perfekt für eine kleine Auszeit vom eher schnelllebigen Alltag.

Marius Hanke

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