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Die Hollars - Eine Wahnsinnsfamilie

John Krasinski, bekannt aus Filmen wie Lizenz zum Heiraten oder Promised Land, steht nach wie vor gern vor der Kamera, seit geraumer Zeit aber auch bevorzugt dahinter. Mit „Die Hollars – Eine Wahnsinnsfamilie“ hat er nach der Verfilmung von David Foster Wallaces Bestseller „Kurze Interviews mit fiesen Männern“ seine zweite Regiearbeit in die Kinos gebracht. Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich hier um eine Tragikomödie über schwierige Familienangelegenheiten. John Hollar, gespielt vom Regisseur und Produzenten selbst, ist schon vor Jahren vor seiner Familie geflüchtet und nach New York gezogen. Dort lebt der mäßig erfolgreiche Graphic-Novel-Zeichner mit seiner schwangeren Freundin Rebecca zusammen. Als seine Mutter Sally mit einem Gehirntumor ins Krankenhaus eingeliefert wird, kehrt John in die heimatliche Kleinstadt zurück. Seine dysfunktionale Familie macht ihm auch jetzt wieder das Leben schwer: Der Familienbetrieb von Vater Don steht kurz vor der Pleite, sein Bruder Ron hat nichts Besseres zu tun, als mit dem Fernglas vor dem Haus seiner Ex-Frau herumzuspionieren und sich sehnsuchtsvoll nach seinen kleinen Töchtern zu verzehren, und der Mutter geht es immer schlechter. Zu allem Überfluss entdeckt die inzwischen verheiratete Ex-Freundin von John aus der Highschool-Zeit, dass sie immer noch in ihn verliebt ist. Als dann auch noch Rebecca in der Provinz auftaucht und ihm mitteilt, dass sie Zwillinge erwartet, steht John kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Er muss sich entscheiden, ob er weiterhin vor den Problemen wegrennen will oder endlich sein Leben in die Hand nimmt.

John Krasinski entwickelt sein Familiendrama auf eine recht behäbige, konventionelle Weise und springt dabei ständig von einem derb-humorigen zu einem berührenden, fast sentimentalen Erzählton. So schickt er seine Zuschauer in ein gehöriges Wechselbad der Gefühle, allerdings mit der Konsequenz, dass die Konflikte in der Hollarfamilie eher oberflächlich und klischeehaft behandelt werden. Vieles kommt bekannt vor, einiges scheint unausgegoren und nicht zu Ende geführt zu sein. Die wohl stärkste Szene im Film ist dann letztendlich eine, in der kaum ein Wort fällt: Vor der OP steht John seiner Mutter bei, indem er den für sie schwierigsten Schritt, nämlich das Abrasieren ihrer Haare, übernimmt. Ähnlich stark ist die wirklich witzige Szene, als Vater Don von seiner verstorbenen Frau zwei Briefe hintereinander erhält. Von solchen intensiven Momenten hätte man sich mehr in dieser ansonsten recht unterhaltsamen Tragikomödie gewünscht.


Blu-ray-Bildformat:1:1,85/1080p
Ton:dts HD 5.1 MA
Sprachen: Deutsch dts HD 5.1 MA/Englisch dts HD 5.1 MA/Spanisch dts HD 5.1 MA/Italienisch DD 5.1
Untertitel: Deutsch/Englisch/Spanisch/Italienisch/Türkisch/Dänisch/Finnisch/Norwegisch/Schwedisch

DVD Extras: Audiokommentar, Featurettes, Interviews

Blu-ray Extras: Audiokommentar, Featurettes, Interviews

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