Der Hund begraben

Länge:
83 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Regie:
Sebastian Stern
Darsteller:
Justus von Dohnányi (Hans), Juliane Köhler (Yvonne), Georg Friedrich (Mike), Ricarda Zimmerer (Laura), Ben Cervilla Fischer
Genre:
Tragikomödie
Land:
Deutschland, 2016

Hans ist um die 50 und hat das Gefühl, dass irgendwas mit ihm nicht stimmt. Doch sein Arzt sieht keinen Grund zur Beunruhigung. Dafür wird das Papierwerk, bei dem er in leitender Funktion arbeitet, von Finnen übernommen und Hans freigestellt. Seiner Familie schafft er es nicht zu sagen, dass er seinen Job los ist. Sie hört ihm einfach nicht zu. Ehefrau Yvonne ist mit Feng Shui beschäftigt, die pubertierende Tochter Laura hat ihren ersten Freund. Und dann steht plötzlich ein streunender Hund vor der Tür. Hans' erster Impuls ist es, diesen loszuwerden, doch der Hund names „Kurt“ (englisch ausgesprochen) wird schnell zum Liebling von Yvonne und Laura. Neben dem Tier scheint Hans fast überflüssig. Seine Abfindung investiert er in einen Sportwagen und will Yvonne endlich sagen, was bei ihm los ist. Doch dann überfährt er auf der Landstraße versehentlich Kurt, der einem Reh hinterher jagte. Hans begräbt das tote Tier im Wald, Frau und Tochter rätseln, wo Kurt steckt und sind ganz außer sich. Da bietet sich der eigenwillige Mike, den Hans bei einem Selbstfindungsseminar kennenlernt an, das Dilemma für Hans zu lösen und macht alles nur noch komplizierter.

Männer in der Midlifecrisis scheinen den Filmemacher Sebastian Stern besonders zu faszinieren. Bereits in seinem preisgekrönten Abschlussfilm „Die Hummel“ stand ein solcher im Zentrum der Geschichte. In der „Der Hund begraben“ sieht Hauptfigur Hans, wie auf allen Ebenen ihm andere den Platz streitig machen. Im Job sind es die Finnen, die den Betrieb übernehmen, in der Familie erst der erste Freund der Tochter, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht, dann ein zugelaufener Hund. So ist die schwarze Komödie zugleich das böse Porträt einer bürgerlichen Familie, die sich eigentlich nichts mehr zu sagen hat. Stern scheut nicht das Klischee, wenn Hans sich aus Kompensationsgründen einen Sportwagen kauft, mit der jungen Autoverkäuferin flirtet oder von seiner pubertierenden Tochter in aller Deutlichkeit gesagt bekommt: „Ich brauch dich nicht mehr“. Auch das Spiel des durchaus sehenswerten Schauspielensembles mit Juliane Köhler, Georg Friedrich und der jungen Ricarda Zimmer ist eher überspitzt-ausladend. Doch dann gelingen wieder wunderbare komisch-melancholische Momente, die ein wenig an A Serious Man der Coen-Brüder oder Songs from the second floor von Roy Anderson denken lassen. Und Justus von Dohnanyi gelingt es, seinem spröde-verzweifelten und zugleich standfesten Hans viel Bodenhaftung und Sympathiewerte abzugewinnen.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Dt. f. Sehg.

Untertitel: Deutsch, Englisch, Dt. f. Hörg.

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (20. Woche 2018).