Beast – Jäger ohne Gnade

Länge:
93 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
25.08.2022
Regie:
Baltasar Kormákur
Darsteller:
Idris Elba (Dr. Nate Samuels), Iyana Halley (Meredith Samuels), Leah Sava Jeffries (Norah Samuels), Sharlto Copley (Martin Battles), Riley Keough (Savanna)
Genre:
Action , Drama , Familienfilm , Abenteuer , Thriller
Land:
USA, 2022

Darum geht es in „Beast – Jäger ohne Gnade“:


Meredith und Norah reisen mit ihrem Vater in die südafrikanische Savanne. Sie wollen dort bei einem Freund des Vaters die Trauer um den Verlust der Mutter und Ehefrau verarbeiten. Nate hatte seine Frau einst in Südafrika kennengelernt. Gemeinsam gingen sie in sein Heimatland. Ihr Tod kam für alle Familienangehörigen völlig überraschend und unerwartet. So war Nate auch nicht da als sie starb. Die Mädchen waren allein. Er macht sich Vorwürfe. Sein Schuldgefühl wird durch das Verhalten der älteren Tochter Meredith noch verstärkt. Sie wirft ihm Verantwortungslosigkeit und Feigheit vor – ja, sie verachtet ihren Vater sogar für die Art und Weise, wie er aus ihrer Sicht mit dem Tod seiner Frau umgegangen ist. Norah, die jüngere Tochter, will dagegen alles so schnell wie möglich vergessen und versucht, Meredith zu zügeln. Gemeinsam hoffen sie in der Savanne auf atemberaubende Eindrücke bei einem Safari-Abenteuer, das sie von ihren Trauergefühlen ablenkt. Doch auf der Tour, die Martin, Nates Freund, vorbereitet hat,  kommt es zu einem folgenschweren Zwischenfall: In einem Dorf hat ein menschenfressender Löwe alle Einwohner*innen brutal getötet. Die Jugendlichen müssen geschockt erleben, was ein tollwütiger Löwe anrichten kann. Das Raubtier wurde offenbar vom Gejagten selbst zum Jäger ohne Gnade und betrachtet nun alle Menschen als Feinde und Beute. Im Zweikampf mit dem „Beast“ muss sich die psychisch angeschlagene Familie nun sehr bald bewähren, denn schnell geraten Nate, Martin und die Mädchen selbst ins Visier des Raubtieres.


Lohnt sich der Film für Dich?


Obwohl der Regisseur Baltasar Kormákur mit Filmen wie „A little Trip to Heaven“ (2005),  „Everest“ (2015) sowie Serien wie „Trapped – Gefangen in Island“ (2015-2016) schon oft gezeigt hat, dass er spannende Actiondramen vor und in atemberaubender Naturkulisse drehen kann, gelingt ihm dies in „Beast – Jäger ohne Gnade“ nur sehr bedingt. Streckenweise erzeugt Kormákur mittels toller Stunts und gelungener Spezialeffekte zwar spannende Actionsequenzen, die vom Zweikampf zwischen Mensch und Raubtier handeln. Insgesamt ist der Film aber missglückt, ja bisweilen sogar ärgerlich, weil die Geschichte so offensichtliche logische Fehler und Handlungslücken aufweist, dass es im Kino zu unfreiwilligen Lachern kommt. Nur ein Beispiel: Nachdem Martin von der Raubkatze schnell außer Gefecht gesetzt wird, kriechen Nate, Meredith und Norah schweißgebadet und angsttriefend durchs Unterholz oder verstecken sich im Jeep vor den Löwenangriffen, obwohl in Sichtweite ein Aussichtsturm steht, auf den sich alle hätten retten können, um auf Hilfe zu warten.

Auch ist die Erzählung des Films zwischen Action und Familiengeschichte schlecht austariert: Eine Entwicklung der Figuren wird behauptet, nicht erzählt. Immer dann, wenn der Löwe gerade Pause hat, inszeniert Kormákur wieder einmal ein Streitgespräch zwischen Vater und Töchtern. Die Standpunkte sind schnell klar. Dann knallt wieder der Löwe gegen die Scheibe des Jeeps. Die Action geht weiter. Eine Entwicklung der Figuren gibt es kaum. Und doch ist am Schluss, als das Abenteuer überstanden ist, plötzlich Happy Family angesagt. Da bleibt die böse Frage: Was soll dieser Film überhaupt – außer uns Filmstar Idris Elba in Actionstunts im Löwenkampf zu präsentieren? Als schuldbeladene, sich stets entschuldigende und in allen Situationen meistens überlastete Vaterfigur ist er jedenfalls eine glatte Fehlbesetzung.

Anbieter

FilmverleihUniversal