Barfi! Liebe braucht keine Worte

Länge:
151 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Regie:
Anurag Basu
Darsteller:
Ranbir Kapoor (Murphy/Barfi), Ileana D'Cruz (Shruti), Priyanka Chopra (Jhilmil)
Genre:
Drama , Love Story , Bollywood
Land:
Indien, 2012

Als die schöne Shruti mit ihren Eltern nach Darjeeling zieht, ist der sprech- und hörbehinderte Murphy, der sich selbst Barfi nennt, auf den ersten Blick verliebt. Und da der junge Mann über ein riesengroßes Potential pantomimischer Fähigkeiten und einer großen Ausdruckskraft im Slapstick verfügt, gelingt es ihm bald, ihr Interesse und ihre Zuneigung zu wecken. Aber Shruti ist verlobt und wartet auf die Hochzeit. Dass sie Barfi bald mehr als freundschaftliche Gefühle entgegenbringt, merkt sie erst, als ihr Verlobter nach Darjeeling kommt und die Hochzeit ansteht. Shrutis Mutter, die die zwiespältigen Gefühle ihrer Tochter erkennt, überzeugt sie davon, dass die Ehe mit einem „normalen“ Mann die bessere Wahl ist und Shruti gibt nach.
Barfis alleinerziehender Vater arbeitet als Chauffeur für den reichsten Mann Darjeelings und bringt die junge Jhilmil nach Darjeeling, eine Autistin, die seit ihrem sechsten Lebensjahr in einer Einrichtung fern der Stadt gelebt hat. Dort fühlte sie sich sicher, in Darjeeling aber überwiegen Angst und Ablehnung. Ihre Eltern interessieren sich wenig für sie, ihr Großvater dagegen liebt sie sehr. Als er stirbt, hinterlässt er ihr sein gesamtes Vermögen, ihre Eltern erhalten lediglich eine kleinere monatliche Summe. Daraufhin entlässt Jhilmils Vater alle Angestellten und Barfis Vater wird arbeitslos. Wenig später bricht er mit Nierenversagen zusammen. Barfi, der sich die Operation des Vaters nicht leisten kann, greift zu kriminellen Mitteln und entführt schließlich Jhilmil, die ihm aufgrund seiner Freundlichkeit vertraut.
Als Jhilmil zu ihrer Familie zurückgebracht wird, läuft sie davon. Barfi, der inzwischen vor der Polizei fliehen muss, begleitet sie. Ihre Flucht führt sie nach Kalkutta, wo Barfi zufällig Shruti wiedertrifft. Diese Begegnung wird für alle drei nicht nur wegen ihrer Gefühle zur Herausforderung.


Regisseur Anurag Basu ist offenbar ein Liebhaber der Slapstick-Komödien der Stummfilmzeit. Vor allem die artistische Schnelligkeit jener Komik hat es ihm angetan. Ranbir Kapoor, der diese Slapstick-Elemente umsetzen darf, ist als Komiker ein echtes Multitalent und nutzt seine mimischen, gestischen, tänzerischen und artistischen Fähigkeiten für seine Rolle optimal aus. Priyanka Chopra, die zwölf Jahre vor diesem Film zur Miss World gekürt wurde, ist eine ebenso großartige schauspielerische Begabung wie er. Sie stellt die Autistin Jhilmil mit großartiger Authentizität und sehr viel Charme dar und verleiht dem Film dadurch eine hohe Glaubwürdigkeit.
Anurag Basus Erzählstruktur ist dagegen etwas gewöhnungsbedürftig. Die Zeitsprünge, die die Handlung unterteilen, sind häufig verwirrend. Die Story beginnt heute, am Sterbebett von Barfi, zu dem Shruti eilt, um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Sie erzählt sodann die Geschichte aus ihrer Erinnerung und springt dabei zunächst nach Kalkutta in das Jahr 1978, von dort zu ihrer ersten Begegnung mit Barfi 1972 in Darjeeling, dann wieder zurück und wieder hin, als Zuschauer weiß man manchmal nicht, in welchem Jahr die Ereignisse gerade stattfinden. Dazu trägt natürlich auch die Ablenkung durch die Slapstick-Einlagen bei, die immer wieder aus der Erzählung hinausführen. Das ist schade, denn die Story selbst ist spannend und bewegend und braucht keine dramaturgischen Schnörkel.

In Indien hatten die Zuschauer offenbar keine Verständnisprobleme. „Barfi! Liebe braucht keine Worte“ wurde in seinem Erscheinungsjahr mit Preisen geradezu überhäuft und war auch kommerziell der erfolgreichste Blockbuster des Jahres. Die Mega-Stars Ranbir Kapoor (Lass dein Glück nicht ziehen) und Priyanka Chopra (Eine unsterbliche Liebe, Don – The King ist back) dürften zu diesem Erfolg allerdings auch einen beachtenswerten Beitrag geleistet haben.


 

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Hindi

Untertitel: Deutsch

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (43. Woche 2018).