Yesterday

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
116 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
11.07.2019
Regie:
Danny Boyle
Darsteller:
Himesh Patel, Lily James, Kate McKinnon, Ed Sheeran, Lamorne Morris u. a.
Genre:
Musikfilm , Komödie
Land:
Großbritannien, 2019

Schluss. Aus. Vorbei. Jack Malik mag nicht mehr. Das Ende einer langen und kurvigen Straße sei erreicht, erklärt er seiner besten Freundin Ellie nach einem weiteren misslungen Konzertauftritt. Jack hat einfach keine Lust mehr, vor leeren Bühnen zu spielen. Ellie, die sich bislang rührend als Amateur-Managerin um ihn gekümmert hat, kann es nicht fassen. Sie glaubt an Jack, in den sie schon lange heimlich verliebt ist. Auf dem Fahrrad macht Jack sich an diesem Abend auf den Weg nach Hause, als es geschieht: Überall auf der Welt gehen die Lichter aus. Nach einem Unfall mit einem Bus wacht Jack, um seinen langen Bart und zwei Vorderzähne erleichtert, in einem Krankenhaus wieder auf – und stellt fest, dass sich in der Welt etwas Unglaubliches ereignet hat. Niemand kennt die Lieder der Beatles! Die kollektive Erinnerung an John, Paul, George und Ringo, an das gelbe U-Boot, die Penny Lane, die Strawberry Fields, an Eleanor Rigby – weg! Mühsam versucht Jack, sich die Songtexte und Titel, zu denen auch das Internet nichts zu erzählen weiß, aus seinem Gedächtnis wieder hervorzukramen. Denn er hat längst erkannt, dass ihm mit diesem Song-Repertoire die Tür zum großen Erfolg offen stehen könnte.

Einen fulminanten Feelgood-Film hat Danny Boyle mit „Yesterday“ gedreht. Ja, in der nicht selten ziemlich schwarzhumorigen Filmografie von Boyle, die 1995 mit „Kleine Morde unter Freunden“ begann, ist dieser Film pure Massenware. Aber eine, die durch ihren Charme von Anfang an ins Herz trifft und trefflich über fast zwei Stunden unterhält. Wer die Beatles-Lieder kennt, wird schon in den Dialogen – das englische Original ist der Synchronfassung deshalb möglichst vorzuziehen – zahlreiche Anspielungen erkennen, den Rest erledigen Hinweise in den Bildern und unzählige Orte, die eng mit den Liedern verwoben sind. Sehr leichtfüßig führt der Film uns mit seinem ungewöhnlichen Blickwinkel durch die Geschichte der Popmusik und holt dabei zu ein paar Seitenhieben auf das gegenwärtige Musikgeschäft aus. Dass der derzeitige Superstar Ed Sheeran sich in einer gar nicht mal so kleinen Nebenrolle selbst spielt und seinen eignen Ruhm selbstironisch auf die Schippe nimmt, verleiht dem Film eine überraschende Authentizität und Nähe zur Gegenwart. So wunderbar „Yesterday“ anfangs funktioniert, so konventionell und vorhersehbar wird er allerdings mit zunehmender Laufzeit und einigen Szenen, die man so oder ähnlich schon in anderen Musikfilmen gesehen hat. An der guten Laune, der er verbreitet, ändert dies allerdings nichts. Nicht zuletzt macht „Yesterday“ Lust darauf, sich die Beatles-Alben (noch) einmal anzuhören. Fortgeschrittene können dann gleich mit „Across the Universe“ weitermachen, einem anderen Film, der auf ganz eigene Art seinen Hut vor den vier britischen Pilzköpfen zieht.



Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Anbieter

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (45. Woche 2019).