Wie gut ist deine Beziehung?

Länge:
111 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Kinostart:
28.02.2019
Regie:
Ralf Westhoff
Darsteller:
Julia Koschitz (Carola), Friedrich Mücke (Steve), Bastian Reiber (Bob), Michael Wittenborn (Harald), Maja Beckmann (Anette) u. a.
Genre:
Komödie
Land:
Deutschland, 2019

Eigentlich ist in der Beziehung zwischen Carola und Steve alles in bester Ordnung. Die beiden leben seit fünf Jahren zusammen, verstehen sich gut, vertrauen einander und gehen liebevoll miteinander um. Als Steves Freund Bob dann aber ohne Vorwarnung von seiner Freundin wegen eines um viele Jahre älteren Mannes verlassen wird, gerät Steve ins Grübeln. Durch eine seltsame Evaluation in seiner Firma, die ihn in seinem beruflichen Selbstverständnis einschränkt, ohnehin aus den eingefahrenen Gleisen geworfen, beginnt er sich zu fragen, ob Carola wirklich mit ihm glücklich ist oder Veränderungen in der Beziehung dringend anstehen. Um das herauszufinden, bittet Steve ausgerechnet den neuen Freund von Bobs Ex, einen erfahrenden Tantra-Lehrer, um Rat und Unterstützung. Carola wiederum ist völlig irritiert ob des plötzlich so seltsamen Verhaltens ihres Partners, befürchtet schon das Schlimmste und wird in ihrem Misstrauen von ihrer besten Freundin Anette auch noch bestätigt.

In seinem vierten Film nach Shoppen (2007), Der letzte schöne Herbsttag (2010) und Wir sind die Neuen (2014) dreht sich auch in der kammerspielartigen Komödie „Wie gut ist deine Beziehung?“ des Münchner Autorenfilmers und Produzenten Ralf Westhoff alles um private Beziehungskrisen und neue Lebensentwürfe. Wie immer besticht auch sein neuer Film durch viel Wortwitz und Situationskomik, ganz besonders durch den Charme der Hauptdarsteller*innen und die Nähe zur Alltagsrealität, was eine starke Identifikation mit den Figuren ermöglicht. Es dürfte wohl kaum jemanden geben, der/die nicht ansatzweise schon einmal ähnliche Situationen in einer wie auch immer gearteten Beziehung erlebt hat. Sie werden im Film lediglich verdichtet und auf den Punkt gebracht. Dicht am Puls der Zeit lässt der Film über kleine Schwächen gerne hinwegsehen, etwa die belanglose Musikuntermalung in der ersten Hälfte oder der aufgesetzt wirkende Gag, bei dem Bob seinen Kummer in Alkohol ertränkt, Steve ebenfalls ein Gläschen zu sich nimmt und daraufhin sturzbesoffen vom fast nüchternen Bob zu Carola gebracht wird. Insgesamt aber gute Unterhaltung mit Tiefgang, die nicht etwa beabsichtigt, Beziehungen auseinanderzubringen, sondern über die eigenen Unzulänglichkeiten und die des Partners herzhaft lachen zu können.

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