Under the Silver Lake

Länge:
140 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
06.12.2018
Regie:
David Robert Mitchell
Darsteller:
Andrew Garfield (Sam), Riley Keough (Sarah), Topher Grace (Mann aus der Bar), Laura-Leigh Claire (Mae), Callie Hernandez (Millicent Sevence), Jimmi Simpson (Allen)
Genre:
Thriller , Krimi , Komödie
Land:
USA, 2018

Obwohl er unter chronischem Geldmangel leidet und ihm der Rauswurf aus seinem Apartment droht, denkt der planlos in den Tag hineinlebende Sam nicht im Traum daran, sich einen Job zu suchen. Viel lieber lungert der Comic-Fan auf seinem Balkon herum und beobachtet mit einem Fernglas die Menschen in seiner Umgebung. Ins Auge sticht ihm dabei seine hübsche Nachbarin Sarah, die offenbar keine Probleme mit Sams Spanner-Angewohnheiten hat. Zu seiner eigenen Verwunderung lädt sie ihn in ihre Wohnung ein, wo es sogar zu einem ersten Kuss kommt. Am nächsten Morgen staunt der Frischverliebte nicht schlecht, als er in ihrem komplett leergeräumten Domizil steht. Da Sarah verschwunden bleibt, macht sich Sam auf die Suche nach Antworten und wähnt sich schon bald auf der Spur einer größeren Verschwörung.

Nach seinem virtuos inszenierten Horrorthriller It Follows überrascht der US-Amerikaner David Robert Mitchell das Publikum mit einem ambitionierten, nicht immer stimmigen, aber dennoch seltsam faszinierenden Genre-Mix. „Under the Silver Lake“ verneigt sich vor dem Film noir und vor Spannungsmeister Alfred Hitchcock, gleitet aber immer wieder auch in surreale, an David Lynch erinnernde Gefilde ab und wartet mit einigen herrlich absurden Situationen auf. Sams Detektivspiel wechselt regelmäßig abrupt den Tonfall, ist komisch, mysteriös und in seinen plötzlichen Gewalteruptionen durchaus verstörend. Statt einen geradlinigen, handelsüblichen Kriminalfall zu entblättern, präsentiert der Regisseur ein umfangreiches, stimmungsvoll aufbereitetes Puzzle, bei dem längst nicht alle Teile ineinanderpassen. Der von Ex-Spider-Man Andrew Garfield mit lustigem Schlafzimmerblick gespielte, nicht sonderlich sympathische Protagonist entführt den Zuschauer auf eine bizarre Odyssee durch den Großstadtdschungel von Los Angeles und verliert sich mehr und mehr in einem gigantischen Netz aus Legenden und Popkulturverweisen. An jeder Ecke scheinen neue Indizien aufzutauchen. Ständig laufen Sam exzentrische Gestalten über den Weg. Und wiederholt zieht es ihn an exklusive oder mythisch aufgeladene Orte, etwa das berühmte Griffith-Observatorium, das auch im Kinoklassiker „… denn sie wissen nicht, was sie tun“ prominent zu sehen ist. „Under the Silver Lake“ verheddert sich gewiss ein ums andere Mal und präsentiert ein sicherlich etwas unbefriedigendes Ende, dürfte mit seinen skurrilen Ideen und seinen zahlreichen Zitaten allerdings Liebhaber der Filmgeschichte und Freunde des Rätselspaßes die meiste Zeit gut bei Laune halten.

Anbieter