Rocketman

Länge:
0 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
30.05.2019
Regie:
Dexter Fletcher
Darsteller:
Taron Egerton, Jamie Bell, Bryce Dallas Howard, Richard Madden, Stephen Graham, Tate Donovan, Jimmy Vee, Harriet Walter, Charlie Rowe, Gemma Jones
Genre:
Biopic , Musikfilm
Land:
Großbritannien, 2019

Das Film-Musical in der Regie von Dexter Fletcher erzählt den Aufstieg des britischen Popstars Elton John nach. Der biographische Film startet im Jahr 1990. Elton John ist drogensüchtig und alkoholkrank. Er sucht Hilfe in einer Selbsthilfegruppe. Die Therapie hilft Elton, über sein bisheriges Leben nachzudenken, und so blendet der Film zurück in die Zeit, als ein kleiner pummeliger Junge namens Reginald Dright erste Songtexte am heimischen Klavier improvisiert – Songs und Texte, in denen er auch seine nicht gerade glückliche Kindheit und Jugend in einer ebenfalls nicht sehr glücklichen Familie thematisiert. Stanley und Sheila Dwright sind in den Kleinkrieg einer unglücklichen Ehe verstrickt. Für ihren Sohn haben sie wenig übrig. Die Mutter beachtet ihn kaum, der Vater verachtet seinen dicklichen Sohn, weil er nicht dem Männlichkeitsideal entspricht, mit dem er selbst groß geworden ist. So sucht der Einzelgänger Reginald allein seinen eigenen Weg und findet ihn bald in der Popmusik. Er wird zu Elton John, der zwar brillant Piano spielt, aber erst durch Songschreiber Bernie Taupin und Produzent Dick James am Ende der 1960er Jahre und in den 1970er Jahren zu der Rock’n Roll-Legende aufsteigen kann, mit der wir noch heute den Namen Elton John verbinden. Doch die wachsende Popularität, sein Umgang mit der eigenen Homosexualität und die Gier nach Popularität, ausgedrückt auch durch immer schrillere Outfits und die Brillenmanie des Stars, zeigen schon bald Wirkung. Wie nicht wenige Popstars entgeht auch Elton John dem Alkoholmissbrauch und dem exzessiven Drogenkonsum nicht. So landet er nach einem kometenhaften Aufstieg als „Rocketman“ schließlich ganz unten und muss sein Leben wieder einmal neu in den Griff kriegen.


Regisseur Fletcher verbindet auf raffinierte Weise die Erzählung der Episoden aus Elton Johns Leben mit den Texten seiner Songs in jener Lebensphase. So entsteht ein intensives Künstlerporträt mit Höhen und Tiefen eines Popstars. Bei der Umsetzung der vielen bekannten Elton-John-Songs bedient sich der Regisseur sehr unterschiedlicher Stilmittel, vom nachgestellten Liveauftritt legendärer Elton-Konzerte bis zu Musical-Einlagen, die hervorragend choreographiert sind. Hauptdarsteller Taron Egerton wirkt authentisch, weil er die Songs auch selbst singt. Zudem hatte er die Möglichkeit, sich mit Elton John intensiv auf seine Rolle als Elton John vorzubereiten. Dies wurde in so umfänglicher und intensiver Weise möglich, weil Elton John den Film maßgeblich als Produzent begleitet hat. Diese starke Einflussnahme des Stars auf das Bild, das der Film von ihm zeigt, hat auch Schattenseiten. So wird Elton Johns Drogensucht zwar ungeschönt gezeigt, doch selbst in seinen dunkelsten Stunden bleibt Elton John in Fletchers Darstellung noch eine emphatische Filmfigur - im Unterschied etwa zu „Bohemian Rhapsody“. In dem kürzlich höchst erfolgreichen und oscarprämierten Filmporträt des Queen-Sängers Freddy Mercury wird am Werdegang des Stars die beziehungszerstörende, charakterverändernde und wahnhafte Wirkung des Drogenkonsums viel radikaler und böser gezeigt als nun in dem vergleichsweise gefälligen „Rocketman“.

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