Robin Hood

Länge:
116 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
10.01.2019
Regie:
Otto Bathurst
Darsteller:
Taron Egerton (Robin von Locksley), Jamie Foxx (John), Ben Mendelsohn (Sheriff von Nottingham), Eve Hewson (Marian), Jamie Dornan (Will Scarlet)
Genre:
Abenteuer , Action , Historienfilm
Land:
USA, 2018

Als der Adlige Robin von Locksley der hübschen Marian begegnet, stürzt er sich Hals über Kopf in eine leidenschaftliche Romanze. Irgendwann werden die beiden Turteltauben allerdings von der harschen Realität eingeholt. Da der junge Lord verpflichtet ist, am ausgerufenen Kreuzzug teilzunehmen, verlässt er schweren Herzens seine Heimat. Nach Jahren auf dem Schlachtfeld kehrt Robin frustriert und gebrochen nach England zurück, wo ebenfalls böse Überraschungen auf ihn warten. Im Glauben, ihr Geliebter sei im Krieg gefallen, hat Marian sich auf einen anderen Mann eingelassen. Und zu allem Überfluss muss Robin auch noch mitansehen, wie der skrupellose Sheriff von Nottingham die einfache Bevölkerung grausam ausbeutet und so seine Macht und seinen Reichtum mehrt. Auf Drängen des Mauren John, den Robin in Syrien kennengelernt hat, lehnt er sich schließlich – vorerst im Geheimen – gegen die Ungerechtigkeit auf.

Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte man aus dem neuen Robin-Hood-Film eine packende Widerstandsgeschichte machen können, die gegenwärtige politische und gesellschaftliche Konflikte auf bissige Weise spiegelt. Das Potenzial des Stoffes – angerissen wird neben dem Auseinanderdriften von Arm und Reich auch das gewaltsame Aufeinanderprallen der Kulturen – verschenken Regisseur Otto Bathurst („Peaky Blinders – Gangs of Birmingham“) und seine Drehbuchautoren Ben Chandler und David James Kelly allerdings an einen vor allem in der zweiten Hälfte schlampig gebauten Abenteuerplot mit Anleihen beim Superheldenkino. Trotz einer schwungvoll-schelmischen Performance von Hauptdarsteller Taron Egerton („Kingsman: The Golden Circle“) und eines angedeuteten Kriegstraumas bleibt der zum Rebellenführer avancierende Protagonist ein eher blasser Zeitgenosse, den leider ähnlich flach gezeichnete Nebenfiguren flankieren. Mitstreiter John ist ein besserer Stichwortgeber, Marian bloß ein schöner Blickfang und der Sheriff von Nottingham ein 08/15-Schurke, dessen Hauptaufgabe darin besteht, Befehle durch die Gegend zu brüllen. Dass für eine solche Knallchargenrolle der ausgewiesene Charaktermime Ben Mendelsohn („Una und Ray“) verpflichtet wurde, kann man nur als Talentverschwendung bezeichnen. Obschon das von Leonardo DiCaprio produzierte Historienspektakel einige mitreißende Actionsequenzen zu bieten hat, wirkt auch die Inszenierung in manchen Passagen fahrig und wenig originell. Immer dann, wenn Bathurst in exzessivem Maße auf Zeitlupen und schnelle Schnitte zurückgreift, fühlt man sich überdeutlich an die Filme eines Guy Ritchie erinnert. Perfekt machen den durchwachsenen bis fragwürdigen Eindruck Computereffekte, die einer 100-Millionen-Dollar-Produktion viel zu selten würdig sind.

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