Mona Lisa And The Blood Moon

Länge:
107 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
06.10.2022
Regie:
Ana Lily Amirpour
Darsteller:
Jeon Jong-seo (Mona Lisa), Kate Hudson (Bonnie), Evan Whitten (Charlie), Ed Skrein (Fuzz), Craig Robinson (Harold) u. a.
Genre:
Fantasy , Märchen , Drama , Horror , Thriller
Land:
USA, 2021

Vampirromanze, Gruselstimmung und Westernanklänge – all das brachte Ana Lily Amirpour in ihrem stilistisch selbstbewussten, inhaltlich reduzierten Regiedebüt „A Girl Walks Home Alone at Night“ zusammen. Ihr Interesse für Genregrenzen überschreitende Abenteuer abseits des Mainstreams zeigt sich auch in ihrer dritten Spielfilmarbeit „Mona Lisa and the Blood Moon“, die eine Selbstbehauptungsgeschichte mit märchenhaften Elementen, Horrormotiven und einem Superheld*innen-Kniff versieht.


Darum geht es in „Mona Lisa and the Blood Moon“:


Jahrelang hat Mona Lisa im Hochsicherheitstrakt einer Jugendpsychiatrie vor sich hinvegetiert. Doch damit ist in einer schicksalhaften Blutmondnacht Schluss. Ihre Gabe, Menschen mit ihren Gedanken zu kontrollieren, nutzt sie mit wilder Entschlossenheit, um sich endlich einen Weg in die Freiheit zu bahnen. Die junge Frau verschlägt es in die Südstaatenmetropole New Orleans, wo sie zunächst den spleenigen Fuzz kennenlernt. Durch Zufall trifft sie auch auf die abgebrannte Stripperin Bonnie, die Mona Lisas Fähigkeiten für eigene Zwecke nutzen will. Ein vertrauensvolles Verhältnis baut die Ausbrecherin zu Bonnies vernachlässigtem Sohn Charlie auf, der die manipulative Art seiner Mutter kritisiert. Parallel sucht ein Polizist, den Mona Lisa auf der Flucht verletzt hat, fieberhaft nach der Schuldigen.


Warum „Mona Lisa and the Blood Moon“ atmosphärisch packt:


Ana Lily Amirpour bleibt sich auch in ihrem dritten Kinofilm treu: Erneut ist die Handlung nicht besonders ausgefeilt, während atmosphärisch – einer stylischen Gestaltung sei Dank! – allerhand passiert. Das Publikum soll in einen Stimmungszustand versetzt werden, sich, wie die Hauptfigur, treiben und mitreißen lassen. Knallige Neonfarben, spannende Kameraspielereien und pulsierende Technobeats entfachen stellenweise in der Tat einen echten Sog. Mona Lisas Abkehr von ihrem trostlosen alten Leben, die einem Befreiungsschlag gleichkommt, trägt immer wieder rauschhafte Züge. Statt ihre Geschichte konsequent voranzupeitschen, wirft die Regisseurin regelmäßig Blicke an die Seite, die viele schräge Details zu Tage fördern. Bei aller Freude über die visuellen und akustischen Qualitäten ist es jedoch schade, dass die staunend durch die Welt laufende Protagonistin bis zum Schluss ein großes Rätsel bleibt. Schon ihr Name, der auf Leonardo da Vincis geheimnisvolles Mona-Lisa-Gemälde anspielt, lässt vermuten, dass sich die Filmemacherin ganz bewusst mit Erklärungen und Hintergründen zurückhält. Das Problem dabei: Ihre von „Burning“-Star Jeon Jong-seo stets etwas entrückt verkörperte Heldin wirkt einen Tick zu skizzenhaft, um uns emotional komplett abzuholen. Ein bisschen mehr Charakterzeichnung hätte den verführerischen Genremix definitiv in einen rundum gelungenen Leinwandtrip verwandelt.

Christopher Diekhaus

Anbieter

FilmverleihWeltkino