Einer wie keiner

Länge:
91 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Regie:
Mark Waters
Darsteller:
Addison Rae (Padgett Sawyer), Tanner Buchanan (Cameron Kweller), Madison Pettis (Alden), Myra Molloy (Quinn), Peyton Meyer (Jordan Van Draanen) u. a.
Genre:
Love Story , Komödie
Land:
USA, 2021

In der 1999 erschienenen romantischen Komödie „Eine wie keine“ wettet der beliebteste Typ der Schule, dass er jedes Mädchen erobern und in eine Ballkönigin verwandeln kann. Beweisen will sich Zack an einem unauffälligen Mädchen, in das er sich (Überraschung!) irgendwann verliebt. Der Film mag unterhaltsam sein, schreit mit der wenig originellen Geschichte eines „hässlichen Entleins“, das sich in einen „schönen Schwan“ verwandelt, aber keineswegs nach einem Remake. Entstanden ist dennoch eine Neuauflage, die die Geschlechter vertauscht und der Handlung ein Social-Media-Update verpasst.


Worum es im Film „Eine wie keine“ geht:


Mit ihren Schönheitstipps und Lebensratschlägen hat sich die Influencerin Padgett Sawyer eine riesige Community aufgebaut. Dank eines lukrativen Werbedeals kann sie genügend Geld für ihre Collegeausbildung zurücklegen. Um ihre Beliebtheit und ihren Erfolg nicht zu gefährden, verheimlicht sie ihrer Umwelt und ihren Followern, dass sie mit ihrer Mutter, einer Krankenschwester, in einer stinknormalen Wohnung lebt. Padgetts Stern beginnt zu sinken, als sie ihren Freund Jordan beim Fremdgehen erwischt. Ihr Wutausbruch wird dummerweise gefilmt und gelangt umgehend ins Netz. Spott und Häme brechen daraufhin über sie herein. Und noch dazu stoppt ihr Sponsor sein Engagement so lange, bis sie ihren Ruf wieder aufpoliert und die verlorengegangenen Follower zurückerobert hat. In einem ersten Schritt lässt sich die am Boden zerstörte Padgett von ihrer Freundin Alden zu einer gewagten Wette hinreißen: Ausgerechnet den unbeliebten Cameron Kweller, der seine schlechte Laune und seine ablehnende Haltung demonstrativ zur Schau stellt, soll sie in den König des anstehenden Abschlussballs verwandeln.


Ob sich ein Blick in „Eine wie keine“ lohnt?


Wer nicht zum ersten Mal eine romantische Komödie sieht, wird den Fortgang von „Einer wie keiner“ schon nach einer Viertelstunde genauestens vorhersagen können. Erstaunlich ist höchstens, wie wenig Außenseiter Cameron Padgetts plötzliches Interesse hinterfragt und wie schnell sich die beiden blendend verstehen. Dass ihre Beziehung erschüttert wird, wenn er von ihrer Challenge Wind bekommt, liegt auf Hand. Klar ist ebenfalls sehr früh, dass Alden ihre Freundin hintergehen will. Für die Entwicklung der Figuren, etwa Padgetts neuen Blick auf ihr bisheriges Scheindasein, nimmt sich das Drehbuch wenig Zeit. Und generell werden emotionale Punkte im Vorbeigehen abgehakt. Am meisten nervt allerdings die Verlogenheit des Films. Einerseits kritisieren Regisseur Mark Waters („Mr. Poppers Pinguine“, „Der Womanizer“) und Autor R. Lee Fleming Jr. („Ran an die Braut“) die beschönigte Darstellung und die Oberflächlichkeit der Social-Media-Blase. Andererseits präsentieren sie uns aber von Anfang bis Ende eine abgehobene, künstliche, von leicht bekleideten Leuten bevölkerte Hochglanzwelt, in der Cameron natürlich seine langen, ungestylten Haare verlieren muss, um attraktiv zu sein. Wirkungslos verpuffen viele der hastig eingestreuten selbstironischen Bemerkungen, mit denen sich die Macher*innen offenbar über die von ihnen benutzten Klischees lustig machen wollen. Kleine Lichtblicke wie die amüsanten Lautsprecherdurchsagen des Schulleiters, der sich wiederholt über die Traditionen und die Entscheidungen an seiner Einrichtung wundert, verblassen spätestens im Finale, das mit einem unfassbar kitschigen Bild um die Ecke kommt.

Christopher Diekhaus

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (34. Woche 2021).