Das krumme Haus

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
115 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
29.11.2018
Regie:
Gilles Paquet-Brenner
Darsteller:
Max Irons (Charles Hayward), Stefanie Martini (Sophia de Haviland), Glenn Close (Edith de Haviland), Christina Hendricks (Brenda Leonides), Julian Sands (Philip Leonides), Gillian Anderson (Magda Leonides), Terence Stamp (Taverner)
Genre:
Krimi , Literaturverfilmung
Land:
Großbritannien, USA, 2017

Der Privatdetektiv Charles Hayward staunt nicht schlecht, als eines Tages ausgerechnet seine frühere Geliebte Sophia de Haviland in seinem Londoner Büro auftaucht und eindringlich um Hilfe bittet. Da ihr Großvater, der schwerreiche Geschäftsmann Aristide Leonides, sehr wahrscheinlich keines natürlichen Todes gestorben sei, drängt sie den jungen Ermittler, die Umstände des Ablebens genauer zu untersuchen. Nur widerwillig nimmt der skeptische Charles den Auftrag an und stattet Sophias Familie kurz darauf einen ersten Besuch ab. Im prunkvollen Anwesen des Verstorbenen trifft er auf zahlreiche merkwürdige Gestalten, die – das zeigt sich schnell – alle einen guten Grund gehabt hätten, den Hausherrn zu ermorden. Als ein Mitglied der ebenso eigenwilligen wie zerstrittenen Sippe nach einem offenbar gezielten Anschlag ins Krankenhaus kommt, reißt die Polizei in Person des erfahrenen Scotland-Yard-Inspektors Taverner den Fall an sich.

„Das krumme Haus“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Agatha Christie, den die britische Schriftstellerin unter ihren eigenen Arbeiten angeblich zu ihren Lieblingswerken zählte. Der Franzose Gilles Paquet-Brenner („Dark Places: Gefährliche Erinnerung“, Sarahs Schlüssel, Walled In, „Payoff – Die Abrechnung“) inszeniert die bislang unverfilmte Vorlage auf betont gemächliche Weise und versäumt es leider, dem Geschehen ab und an etwas mehr Dramatik zu verleihen. Die von Anfang bis Ende klassisch gestrickte Adaption hangelt sich von einer Befragung zur nächsten, präsentiert diverse verschrobene Verdächtige und läuft auf eine nicht markerschütternde, aber doch überraschende und perfide Auflösung hinaus. Auch wenn die Täterfrage das Interesse des Zuschauers halbwegs wachhält, fehlt es an großen Spannungsmomenten, die der Mördersuche das gewisse Etwas verleihen könnten. Das zum Teil recht namhafte Ensemble – neben Max Irons sind unter anderem Altstar Glenn Close, „Mad Men“-Aktrice Christina Hendricks und „Akte X“-Darstellerin Gillian Anderson zu sehen – hat durchaus Spaß an den exzentrischen Figuren, stößt aufgrund der stereotypen Charakterzeichnungen aber irgendwann an seine Grenzen. Die schwelgerischen Aufnahmen des prächtigen, verwinkelten Hauptschauplatzes und das hübsche Kostümbild geben der in den späten fünfziger Jahren spielenden Geschichte einen glaubwürdigen nostalgischen Anstrich, heben „Das krumme Haus“ in letzter Konsequenz allerdings nicht über den Krimidurchschnitt hinaus.

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