Chiara

Länge:
121 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
23.06.2022
Regie:
Jonas Carpignano
Darsteller:
Swamy Rotolo (Chiara), Claudio Rotolo (Vater Claudio), Grecia Rotolo (Schwester Giulia), Antonio Rotolo (Cousin Antonio), Carmela Fumo (Mutter Carmela)
Genre:
Drama
Land:
Frankreich, Italien, 2021

Die kalabrische Küstenstadt Gioia Tauro liegt im Süden Italiens und ist bekannt für ihren riesigen Containerhafen. Aber Gioia Tauro hat auch als Umschlagplatz für Drogen und Waffen Schlagzeilen gemacht. So wird vermutet, dass dort 80 Prozent des aus Kolumbien stammenden Kokains seinen Weg nach Europa findet. Zudem agiert hier die große Mafia-Organisation „'Ndrangheta“. In dieser Stadt nun siedelt Regisseur und Drehbuchautor Jonas Carpignano seinen neuen Film „Chiara“ an. Es ist der letzte Teil seiner Kalabrien-Trilogie, zu der auch die Filme „Mediterranea – Refugees Welcome?“ und „Pio“ gehören.


Worum genau geht es in „Chiara“?


Für die 15-jährige Chiara ist die Welt in bester Ordnung. Mit ihren beiden Schwestern versteht sie sich prächtig und ihren Vater Claudio liebt sie über alles. Claudio ist zurückhaltend, verständnisvoll und zärtlich im Umgang mit seinen Töchtern. Doch dann bricht Chiaras Welt plötzlich zusammen. Denn nach einer rauschenden Familienfeier ist Claudio verschwunden. Sein Auto geht in Flammen auf, die Polizei fahndet nach ihm. Angeblich gehört er zu einer kriminellen Vereinigung, die mit Drogenhandel zu tun hat. Die Mutter meint zu den Töchtern, sie sollten sich keine Sorgen machen. Die Cousins schweigen. Doch Chiara gibt keine Ruhe. Erst recht nicht, als die Mutter sagt, sie wäre zu jung, um zu verstehen. Sie forscht nach und entdeckt einen geheimen Bunker unter dem Haus. Fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden, bringt sie sich und die Familie immer mehr in Gefahr.


Lohnt sich der Film für dich?


Genaugenommen ist der letzte Teil der Kalabrien-Trilogie ein Zwischending zwischen Krimi und Coming of Age-Geschichte. Einerseits erzählt er von der spannenden Suche einer 15-Jährigen nach ihrem Vater und dessen Verstrickung mit der Mafia. Andererseits beschreibt der Film auf berührende Weise, wie Chiara in einen tiefen Konflikt gerät und ihren eigenen Lebensweg finden muss. Denn sie liebt ihren Vater über alles und Claudio selbst ist eben auch kein „Drogenboss“, wie man ihn aus üblichen Krimis kennt. Er hat niemanden umgebracht, er macht eben nur seinen Job. „Wir nennen es Überleben“, sagt er zu seiner Tochter, als er sie mit auf „seine Arbeit“ nimmt. Dieser Prozess der Auseinandersetzung mit ihrem Vater und den eigenen Moralvorstellungen wird auf sensible und bestechende Weise gezeigt. Übrigens konnte Jonas Carpignano für seinen Film nicht nur die Laiendarstellerin Swamy Rotolo gewinnen, sondern gleich deren gesamte Familie. Sie als Chiara und die anderen als ihre Großfamilie sind einfach wundervoll und verleihen dem Film eine unglaubliche Wahrhaftigkeit.

Barbara Felsmann

Anbieter

Filmverleih Mubi