Bigfoot Junior - Ein tierisch verrückter Familientrip

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
89 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 10 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
26.08.2021
Regie:
Ben Stassen, Jeremy Degruson
Darsteller:
Joris Bendokat (deutsche Stimme Adam), Heiko Obermöller (Bigfoot), Corinna Dorenkamp (Shelly), Thomas Balou Martin (Wilbur), Stephan Schleberger (Trapper) u. a.
Genre:
Animation , Abenteuer , Familienfilm , Komödie
Land:
Belgien, Frankreich, 2020

Schon seit vielen Jahren liefert der belgische Filmemacher Ben Stassen Animationswerke ab, die für den internationalen Markt gedacht sind und sich als Alternativen zu den Großproduktionen Hollywoods anbieten. „Sammys Abenteuer – Die Suche nach der geheimen Passage“, „Das magische Haus“ und „Robinson Crusoe“ stehen ebenso in seiner Vita wie der Streifen „Bigfoot Junior“, der 2017 in die Kinos kam. Mit „Bigfoot Junior – Ein tierisch verrückter Familientrip“ legen Stassen und sein auch am Vorgänger beteiligter Koregisseur Jeremy Degruson eine Fortsetzung vor, von der in erster Linie die ökologische Botschaft in Erinnerung bleibt.


Was dich in „Bigfoot Junior – Ein tierisch verrückter Familientrip“ erwartet:


Eigentlich müsste der Teenager Adam überglücklich sein. Immerhin gelang es ihm im ersten Film, seinen verschollenen Vater aufzuspüren, bei dem es sich zu seiner Verwunderung um den legendären Bigfoot handelt. Als sich sein Dad nun in das Familienleben integriert, bekommt Adam jedoch zu spüren, was es heißt berühmt zu sein. Andauernd wird er um ein Autogramm seines Seniors gebeten. Und ein PR-Experte möchte die Popularität Bigfoots nutzen, um schnelles Geld mit Merchandising-Artikeln zu verdienen. Die Hoffnung, den lange Zeit abwesenden Zottel endlich kennenzulernen, muss Adam begraben, als sich sein Vater in die Wildnis Alaskas verabschiedet, wo er die Protestaktionen einer Aktivist*innen-Gruppe gegen einen dubiosen Ölkonzern unterstützen will. Seine Bekanntheit soll schließlich für etwas gut sein! Nach einem Videoaufruf, der sich dank der Hilfe seines Sohnes im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet, verschwindet Bigfoot allerdings spurlos, was Adam all seinen Ärger vergessen lässt. Gemeinsam mit seiner Mutter Shelly und zwei ebenfalls in ihrem Haushalt wohnenden Tieren, dem Waschbären Trapper und dem Kodiakbären Wilbur, bricht er in den hohen Norden auf, um Licht in die rätselhafte Angelegenheit zu bringen.


Lohnt sich ein Blick in Teil 2 von „Bigfoot Junior“ für mich?


Ähnlich wie „Bigfoot Junior“ schlägt das Sequel phasenweise ein hohes Tempo an und versetzt das Publikum in halsbrecherische Actionszenen, die einem das Gefühl vermitteln, selbst durch die Gegend zu flitzen. Positiv hervorheben muss man zweifellos, dass der Film am Beispiel des sich umweltbewusst gebenden, in Wahrheit aber rücksichtslosen Unternehmers Connor Mandrake auf die Ausbeutung der Natur durch den Menschen aufmerksam macht und für ein ökologisches Bewusstsein eintritt. In Zeiten des Klimawandels, der von einigen Gruppen und Personen immer noch geleugnet oder verharmlost wird, kann man dies nicht oft genug thematisieren.

Was für das Drehbuch des ersten Titels galt, trifft allerdings auch auf „Bigfoot Junior – Ein tierisch verrückter Familientrip“ zu: Handlung und Figuren bleiben eher flach. Adam mag ein grundsympathischer Held sein. Ecken und Kanten gehen ihm jedoch ab, selbst wenn er ein paar der außergewöhnlichen Eigenschaften seines Vaters – etwa die Schnelligkeit, die Heilungskräfte oder den hochsensiblen Geruch – geerbt hat. Ins Bild passt nicht zuletzt, dass die aufkeimende Romanze zwischen ihm und Mitschülerin Emma lediglich schmückendes Beiwerk ist. Stiefmütterlich behandelt wird außerdem Adams Mutter Shelly, der die langweilige Rolle einer Stichwortgeberin ohne Entfaltungsraum zufällt. Dass Stassens und Degrusons Gemeinschaftsarbeit trotz farbenfroher Bilder nicht an die Opulenz der Animationsfilme aus dem Hause Pixar heranreicht, kann man „Bigfoot Junior – Ein tierisch verrückter Familientrip“ leicht verzeihen, da schlichtweg deutlich weniger Geld zur Verfügung stand. In den Inhalt und die Entwicklung der Protagonist*innen hätte man aber, kleineres Budget hin oder her, etwas mehr Zeit und Überlegungen investieren können. So kommt die belgisch-französische Koproduktion über das Genremittelmaß leider nicht hinaus.

Christopher Diekhaus

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FilmverleihSplendid