Belle

Länge:
121 Minuten (Blu-ray: 121 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
09.06.2022
Regie:
Mamoru Hosoda
Darsteller:
/
Genre:
Animation , Märchen , Musikfilm , Drama , Science-Fiction
Land:
Japan, 2021

Das erwartet dich in „Belle‟:


Wer kennt nicht das Gefühl, dass manchmal ein Neustart nötig wäre? Zum Beispiel, weil etwas Blödes passiert ist oder, weil man unzufrieden mit sich selbst ist. Eines Tages bekommt die 17-jährige Suzu genau diese Chance. Sie erhält eine Einladung nach U, eine der größten digitalen Communities. Das Besondere daran: den Avatar baut man sich nicht selbst. Eine Künstliche Intelligenz scannt die biometrischen Daten und versucht, das wahre Ich zum Vorschein zu bringen. Für die schüchterne Suzu könnte es nicht besser laufen. In U sieht sie nicht nur fast so aus wie die beliebteste Schülerin ihrer Klasse, sondern kann auch wieder singen. Seit dem tragischen Unfalltod ihrer Mutter vor vielen Jahren hatte sie kaum einen geraden Ton mehr herausbekommen und die Freude am Singen verloren. In U allerdings wird sie in kürzester Zeit zum Superstar und gibt virtuelle Konzerte. Auf einmal will jeder wissen, wer sich hinter diesem Avatar verbirgt, der kurzerhand den Nickname Belle erhält. Als eines Tages ein Drachen-Avatar Belles Konzert stört, sind die U-Nutzer*innen empört und wollen das monströse Wesen vertreiben. Nur Belle ahnt, dass hinter der furchteinflößenden Oberfläche etwas anderes verborgen sein muss. Also macht sie sich mit Unterstützung einer nerdigen Freundin auf die Suche, um die Wahrheit über das vermeintliche Biest in Erfahrung zu bringen.


Was diesen Film besonders macht:


Schon mit der ersten Szene gibt’s hier wieder mal ordentlich was auf die Augen und Mamoru Hosoda („Summer Wars‟, „Ame und Yuki – Die Wolfskinder‟) beweist, warum er zur Zeit als einer der besten Anime-Regisseure gilt. Während U vorgestellt wird, taucht der Film förmlich in diese Welt ein. Und das ist nur der Beginn einer Reise, die immer wieder zum Staunen bringt. Das liegt auch daran, dass Hosoda stets zu überraschen weiß. Warum nur ein festes Genre, wenn man doch auch Genres munter mischen kann? So gibt es hier ein bisschen Sci-Fi, ein bisschen Märchen – schließlich ist eine Inspiration für die Story der französische Märchenklassiker „Die Schöne und das Biest‟ –, ein bisschen Musical, ein bisschen Drama, ein bisschen High-School-Film. Und warum das Ganze nicht auch mit Stilen machen? „Belle‟ sieht zwar immer noch so aus, wie man sich Animes vorstellt – aber am Figurendesign hat der Disney-Veteran Jin Kim mitgearbeitet, an der Gestaltung von U der englische Architekt Eric Wong, an einer U-Kulisse Tomm Moore vom irischen Animationsstudio Cartoon Saloon („Die Melodie des Meeres‟, „WolfWalkers‟). Und nicht nur visuell ist „Belle‟ grandios. Er hat auch etwas zu erzählen. Die Sache mit den Avataren und den unterschiedlichen Rollen im Alltag und in sozialen Netzwerken, das Spiel mit Schein und Sein, mit Wunsch und Wirklichkeit – das wirkt schon ziemlich vertraut, oder? Zudem hat Hosoda ein sehr gutes Gespür dafür, über die Beziehungen zwischen den Figuren zu erzählen, was mal sehr lustig ausfallen kann und manchmal auch sehr berührt. Denn letztlich geht es in dem Film immer wieder darum, wie Suzu aus eigener Kraft lernt, wieder auf eigenen Beinen zu stehen und selbstbewusst ihr Leben zu leben.

Stefan Stiletto

Anbieter

FilmverleihKoch Films