A Quiet Place 2

Länge:
97 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
24.06.2021
Regie:
John Krasinski
Darsteller:
Emily Blunt (Evelyn Abbott), John Krasinski (Lee Abbott), Millicent Simmonds (Regan Abbott), Noah Jupe (Marcus Abbott), Cillian Murphy (Emmett)
Genre:
Horror , Science-Fiction , Thriller
Land:
USA, 2020

Wie nervenzerfetzend absolute Stille sein kann, demonstrierte Filmemacher John Krasinski in seinem Endzeitthriller „A Quiet Place“, der sich 2018 zu einem echten Leinwandhit mauserte. Bis auf wenige geflüsterte Worte wird in dem Survivalstreifen aus gutem Grund nichts gesprochen. Denn auf der Erde haben sich nach einer Invasion mörderische Aliens niedergelassen, die ein hochsensibles Gehör besitzen und Jagd auf alle überlebenden Menschen machen. Der Film entwickelt vor allem deshalb eine Sogwirkung, weil er sich voll und ganz auf den verzweifelten Kampf einer einzigen Familie konzentriert.

Die nach dem Kassenerfolg fast unausweichliche Fortsetzung will den Blick nun etwas öffnen und die postapokalyptische Welt, in die wir hineingeschleudert werden, etwas genauer beschreiben. Am Anfang steht allerdings ein Rückblick, der den ersten Angriff und den Zusammenbruch der zivilen Ordnung zeigt: Während einer gut besuchten Sportveranstaltung in einer US-Kleinstadt müssen die Abbotts – Ehefrau Evelyn, Vater Lee und ihre Kinder – von einem auf den anderen Moment die Flucht ergreifen. Eine mitreißend inszenierte Sequenz, die den Puls nach oben treibt, zugleich aber auch bestens vertraut wirkt. Untergangsbilder wie diese hat man auf der großen Leinwand in den letzten Jahren so oder ähnlich schon oft gesehen.

Auf den Einstieg folgt ein Sprung zum 474. Tag des Überfalls durch die Außerirdischen. Dorthin also, wo „A Quiet Place“ endet. Lee ist mittlerweile tot und der in der Einöde liegende Rückzugsort der Familie nicht mehr bewohnbar. Gemeinsam mit ihrem Neugeborenen, ihrem Sohn Marcus und ihrer gehörlosen Tochter Regan zieht Evelyn los, um ein neues Versteck zu suchen. Unterwegs treffen sie auf einen Bekannten namens Emmett, der ebenfalls unter einem schrecklichen Verlust leidet und in Hoffnungslosigkeit versinkt. Eine Haltung, die Regan nicht teilen will. Die Teenagerin ist nämlich überzeugt, dass sie über ein altes Radio ein Signal empfangen hat. Irgendwo da draußen warten andere Überlebende, mit denen man sich verbünden kann. Wild entschlossen, einen Weg aus der Misere zu finden, macht sie sich auf die Suche.

Handwerklich gibt es an „A Quiet Place 2“ nicht viel zu kritisieren. Der Film präsentiert uns eine glaubhaft aus den Fugen geratene Welt, die ein Gefühl der Beklemmung entstehen lässt. Wie schon im Vorgänger sehen die Effekte – vor allem das Monsterdesign – alles andere als billig aus. Und auch die Darsteller*innen leisten mindestens ordentliche Arbeit. Trotz einiger spannungsgeladener Momente fällt der etwas redseligere Nachfolger jedoch weniger packend aus als das Ursprungswerk. Die Auftritte der Aliens wirken etwas nummernhaft. Insgesamt orientiert sich Krasinski stärker an etablierten Horrormustern. Und gelegentlich bleibt die emotionale Ausdruckskraft auf der Strecke. Dass ausgerechnet die gehörlose Regan zu einer Rettungsmission aufbricht, ist eine schöne Idee. Aus ihrer Figur und ihrer Reise hätte man aber noch mehr herausholen können. Durch den Blick auf das große Ganze geht im Vergleich zum ersten Teil die Intensität ein Stück weit verloren, was Ungereimtheiten in der Handlung deutlicher hervortreten lässt. Auch wenn „A Quiet Place 2“ kein ärgerlicher Fehlschuss ist – mehr als durchschnittlich spannendes Endzeitkino bietet der Film unter dem Strich leider nicht. Die Vorfreude auf das dritte Kapitel, das noch vor Veröffentlichung des durch die Corona-Pandemie verschobenen Sequels angekündigt wurde, ist daher erst einmal gedämpft.

Christopher Diekhaus

Anbieter

FilmverleihSplendid