Zero

Serienstart:
21.04.2021
Staffel:
1
Folgen:
8
Länge der Folgen:
25
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
keine Angabe
Regie:
Paola Randi, Ivan Silvestrini, Margherita Ferri, Mohamed Hossameldin
Darsteller:
Giuseppe Dave Seke (Omar/Zero), Haroun Fall (Sharif), Beatrice Grannò (Anna), Richard Dylan Magon (Momo), Daniela Scattolin (Sara) u. a.
Genre:
Großstadtfilm , Fantasy , Jugend
Land:
Italien, 2021

„Ich bin der Pizzabote. Ein anderes Wort für Niemand.‟ Das sind starke Worte, mit denen Omar sich vorstellt und schon viel über sich erzählt. Omar lebt mit seiner Familie in Mailand – aber weder mit der schicken Modewelt noch dem Postkartenitalien hat die Stadt in dieser achtteiligen Serie etwas zu tun.


Was dich in Staffel 1 der Netflix-Serie „Zero‟ erwartet:


In den fahlen, hässlichen, großen Betonbauten am dreckigen Stadtrand lebt vor allem die arme Bevölkerung Mailands, darunter viele Migranten. Omar ist bereits in Italien aufgewachsen, seine Familie stammt aus dem Senegal. Nun teilt er sich eine Wohnung mit seiner jüngeren Schwester und seinem Vater. Die Mutter verschwand unter dramatischen Umständen – ein Ereignis, das Omar noch Jahre später schwer belastet. Aber Omar will nicht in der Vorstadt bleiben. Der begabte Zeichner träumt von einer Karriere als Comickünstler in Belgien, wo die Comicszene im Gegensatz zu Italien blüht. Für einen Niemand allerdings ist das ganz schön schwer.

Die erste Folge der Serie hat einen wirklich schönen Fluss, wenn sie in die Welt von Omar eintaucht und dieser mit einer Mischung aus italienischem und internationalem HipHop eine besondere Stimmung verleiht. Gerade Omar kommt die Serie dabei sehr nah. Man mag diesen jungen Mann mit seinen großen Träumen, man spürt, wie schwierig es für ihn sein wird, diese zu erreichen – ganz im Gegensatz zur reichen Architekturstudentin Anna, in die sich Omar bald Hals über Kopf verliebt und der alles in den Schoß zu fallen scheint.

„Zero‟ erzählt nicht nur eine Geschichte über Omar, sondern auch eine über die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund, die am Rande der Gesellschaft leben und ausgegrenzt werden. Dieser Konflikt spielt in der Serie bald eine bedeutendere Rolle, wenn ein reicher Geschäftsmann alles daran zu setzen beginnt, mit der Hilfe einiger dubioser Gestalten die Lebensbedingungen im Viertel zu verschlechtern und die Bewohner zu vertreiben. Wie gut, dass sich zu diesem Zeitpunkt im Leben von Omar einiges ändert. Als er von einer Gang in die Ecke gedrängt wird, entdeckt er plötzlich eine übernatürliche Gabe: Er kann unsichtbar werden.


Lohnt sich ein Blick in die erste Staffel von „Zero‟ für mich?


Sich unsichtbar zu fühlen und als Außenseiter von niemanden beachtet zu werden und sich tatsächlich unsichtbar machen zu können – das ist natürlich eine schöne Verbindung in einer Geschichte, die einiges an Potenzial birgt. Doch leider geht der Serie, die auf dem Roman „Non ho mai avuto la mia età‟ von Antonio Dikele Distefano beruht und hinter der der italienische Illustrator, Comiczeichnerund Drehbuchautor Roberto Marchionni alias Menotti („They call me Jeeg‟) als kreativer Kopf steht, bald die Luft aus. Die Superheldengabe wird ein paar Mal recht unmotiviert und animationstechnisch nicht überzeugend eingesetzt, die Gentrifizierungsgeschichte kommt auch nicht recht in Gang und bleibt oberfächlich. Und schließlich wird all dem auch noch eine mystische übersinnliche Ebene hinzugefügt, die mit Omars Familie zu tun hat. Spätestens damit hat sich „Zero‟ dann weit entfernt von seinem sympathischen Anfang.

Stefan Stiletto

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Italienisch u. a.

Untertitel: Deutsch u. a.

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (16. Woche 2021).