Wohne lieber ungewöhnlich

Länge:
91 Minuten (Blu-ray: 95 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Regie:
Gabriel Julien-Laferrière
Darsteller:
Julie Gayet, Thierry Neuvic, Julie Depardieu, Lucien Jean-Baptiste u. a.
Genre:
Komödie , Familienfilm
Land:
Frankreich, 2016

Okay, also der kluge Bastien lebt bei seiner Mutter Sophie und ihrem neuen Ehegatten Hugo, die schon einen gemeinsamen Sohn namens Gulliver haben. Hugo hat bereits mit Babette Sohnemann Eliot in die Welt gesetzt und Sophie war noch fleißiger: In ihrer zweiten Ehe mit Claude wurde Tochter Clara geboren. Bastien hat noch einen älteren Halbbruder, nämlich Oscar, den sein Vater Philippe (Sophies erster Ehemann) mit Madeline hatte. Sophies Schwester Agnés ist die Mutter von Leopoldine (Vater ist Computerspieltester Paul) und Juliette (Vater ist weg). Sie wird das Patchwork-Wirrwarr im Laufe des Films weiter verkomplizieren. Kapiert?
Bastien jedenfalls gibt der Ehe von Mama und Hugo maximal sechs Monate und ist nur mäßig begeistert, andauernd bei verschiedenen Vätern in verschiedenen Wohnungen mit verschiedenen Halb- und Fast-Geschwistern untergebracht zu werden – nur weil sich die Erwachsenen andauernd verlieben, streiten und scheiden lassen müssen.
Eine durchaus realistische Konstellation, denn in Frankreich wird jede zweite Ehe im Schnitt nach drei Jahren geschieden. Die Kinder haben genug von alldem, feste Verhältnisse sollen her. Sie kapern die riesige Wohnung von Eliots verstorbener Oma und drehen den Spieß um: Während sie in ihrem neuen Zuhause wohnen bleiben, müssen ihre Aufsichtspersonen abwechselnd zum Dienst angetanzt kommen, um sich um ihre Kinder zu kümmern. Nach anfänglicher Skepsis finden die Erwachsenen das neue Familienkonzept richtig gut und arbeiten Hand in Hand. Nur Hugo hat einen anderen Plan: die Wohnung verkaufen, um ein Lokal in London zu finanzieren. So viel zum Plot.

Für Diskussionsstoff dürfte bei dem Film die Frage sorgen, ob ein ähnliches Wohnkonzept in der Realität funktionieren würde. Allerdings gibt es in "Wohne lieber ungewöhnlich" keine wirklich tiefgehenden Konflikte, die nicht durch einen Gag oder eine fixe Idee aus der Welt geschafft werden könnten. Eigentlich verstehen sich alle super. Deshalb bleibt die charmante Komödie letztlich ein Wohlfühlfilm. Eine Schippe weniger Kitsch am Ende hätte wirklich gutgetan. Dafür punktet der Film mit seinen vielen Charakteren, die Regisseur Gabriel Julien-Laferriére pointiert in Szene setzt. Da wäre zum Beispiel Papa Pau, der als strubbeliger Nerd den ganzen Tag Computerspiele testet, sich von Pizza und Chinanudeln zu ernähren scheint und die Kinder-WG über einen seiner Bildschirme betreut.

Die DVD kommt komplett ohne Extras daher. Kein Audiokommentar, keine rausgeschnittenen Szenen. Das ist schon schade, denn durch die Einstellungen des Films wuseln immerzu viele Personen. Es wäre spannend zu sehen, wie der Dreh mit einem so großen Cast und vielen jungen Schauspielerinnen und Schausielern auf einem Haufen organisiert worden ist.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Französisch

Untertitel: Deutsch

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (41. Woche 2018).