Wind River

Länge:
107 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
08.02.2018
Regie:
Taylor Sheridan
Darsteller:
Jeremy Renner (Cory Lambert), Elizabeth Olsen (Jane Banner), Graham Greene (Ben), Kelsey Asbille (Natalie), Julia Jones (Wilma), Gil Birmingham (Martin)
Genre:
Krimi , Drama , Thriller
Land:
USA, 2017

Ausgerechnet der Jäger und Fährtenleser Cory Lambert, dessen Tochter vor einiger Zeit unter ungeklärten Umständen ums Leben kam, findet in der Abgeschiedenheit des Wind-River-Indianerreservates die gefrorene und barfüßige Leiche der 18-jährigen Natalie, die offenbar durch das unwegsame Gelände gehetzt wurde. Zur Untersuchung des grausamen Todesfalles entsendet das FBI die unerfahrene Beamtin Jane Banner, was der ohnehin überforderte örtliche Polizeichef mit einem Stirnrunzeln quittiert. Da er die Gegend wie seine Westentasche kennt und auch mit dem Leben im Reservat bestens vertraut ist, erklärt sich der schweigsame Cory bereit, die junge, nicht zuletzt mit den harschen Witterungsbedingungen hadernde Agentin bei ihren Ermittlungen zu unterstützen.

Bescheidene Bekanntheit erlangte der Schauspieler Taylor Sheridan als Deputy Chief David Hale in der Fernsehserie „Sons of Anarchy“. Der große Durchbruch gelang dem gebürtigen Texaner allerdings erst mit seinen Drehbüchern zu Denis Villeneuves Drogenthriller Sicario und David Mackenzies Neo-Western Hell or High Water. Dem seither etablierten Ruf, eine spannende neue Stimme im US-Kino zu sein, wird Sheridan auch mit seinem jüngsten Werk „Wind River“ gerecht, bei dem er neben der Skriptarbeit auch den Platz auf dem Regiestuhl übernommen hat. Das in einem Indianerreservat spielende Krimidrama wirft einen Blick auf einen Randbereich der amerikanischen Gesellschaft und erzeugt vor einer einschüchternden Naturkulisse eine frostig-bedrückende Atmosphäre. Menschen werden von der weiten, schneebedeckten Landschaft regelrecht verschluckt und kämpfen verzweifelt gegen Einsamkeit, fehlende Perspektiven und Langeweile an. Der Film zeigt das Ureinwohnerterritorium als einen unwirtlichen Ort, an dem sich viele gebrochene, abgeschoben fühlende Gestalten tummeln und an dem der amerikanische Traum weit entfernt scheint. Sinnbildlich für die Tristesse ist eine auf dem Kopf stehende US-Flagge, die Sheridan an einer Stelle deutlich sichtbar ins Bild holt. Dass sich der Regisseur weniger für den Krimiaspekt und mehr für seine desillusionierten Protagonisten und den rauen Schauplatz interessiert, unterstreicht schon die nicht allzu raffiniert konstruierte Handlung. Auch wenn es immer mal wieder kleine Spannungsspitzen gibt, nimmt sich Sheridan regelmäßig Zeit für unter die Haut gehende Zwischentöne. Etwa dann, wenn der von seinem eigenen Trauma verfolgte Cory dem Vater der toten Natalie auf leise, aber ergreifende Weise Trost spendet. Ausbaufähig wirkt dagegen die Figur der jungen FBI-Beamtin. Und etwas grob geschnitzt mutet das letzte Drittel an, das mit einigen handfesten Gewalteruptionen aufwartet. Nichtsdestotrotz überzeugt „Wind River“ als düster-brodelnder Provinzthriller und Anklage gegen die noch immer unwürdige Behandlung der amerikanischen Ureinwohner.

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