White Boy Rick

Länge:
111 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
07.03.2019
Regie:
Yann Demange
Darsteller:
Richie Merritt (Richard „Rick“ Wershe Junior), Matthew McConaughey (Richard Wershe Senior), Bel Powley (Dawn Wershe), Jennifer Jason Leigh (Snyder), Rory Cochrane (Byrd)
Genre:
Biopic , Drama , Krimi
Land:
USA, 2018

Mitte der 1980er Jahre schlägt sich der idealistische, in einem trostlosen Stadtteil von Detroit lebende Richard Wershe Senior mehr schlecht als recht mit Waffenverkäufen auf dem Schwarzmarkt durch. Unterstützt wird er bei seiner zweifelhaften Arbeit von seinem Sohn Richard „Rick“ Junior, der den Kampfgeist seines Vaters bewundert, allerdings nichts dagegen hätte, an einem anderen Ort einen Neustart zu wagen. Irgendwann knüpft der Teenager Kontakte in die lokale Drogenszene und gerät eines Tages ins Visier des FBI. Die Beamten Snyder und Byrd setzen den 14-Jährigen massiv unter Druck und rekrutieren ihn schließlich als Informanten. Der neue lukrative Job bringt den jungen Mann schon bald in eine gefährliche Zwickmühle.

Für seinen zweiten Spielfilm hat sich Regisseur Yann Demange (’71 – Hinter feindlichen Linien) einiges vorgenommen. Der auf einer wahren Geschichte beruhende „White Boy Rick“ gibt sich als Krimi, Milieustudie und Familiendrama zu erkennen, schafft es allerdings nicht immer, die unterschiedlichen Genre-Elemente überzeugend zu verbinden. Die ausgewaschenen Bilder von Kameramann Tat Radcliffe beschwören eine drückend-triste Atmosphäre, in der das kriminelle Umfeld wie ein Ausweg für den Titelhelden wirkt. Darstellerisch stechen vor allem Kinonewcomer Richie Merritt, Oscar-Preisträger Matthew McConaughey (ausgezeichnet für seine Performance in Dallas Buyers Club) und Bel Powley als Ricks drogenabhängige Schwester Dawn hervor und tragen entscheidend dazu bei, dass die erste Hälfte weitgehend spannend und berührend ausfällt. Weniger gelungen ist allerdings der zweite Teil. Hier reihen sich diverse Ereignisse zu schnell aneinander, sodass sich die emotionale Wucht der Entwicklungen nur bedingt entfalten kann. Die gegen Ende vorgebrachte Kritik an Justiz und Ermittlungsbehörden ist sicherlich ein beachtenswerter Aspekt, bleibt aber zu sehr an der Oberfläche, um den Zuschauer nachhaltig zu beeindrucken. Außerdem lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass Demange und seine Drehbuchautoren Andy Weiss, Logan und Noah Miller Rick auf der Zielgeraden etwas zu sehr in eine Opferrolle schieben.

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