The Owners

Länge:
92 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
14.07.2022
Regie:
Julius Berg
Darsteller:
Maisie Williams (Mary), Sylvester McCoy (Richard Huggins), Rita Tushingham (Ellen Huggins), Ian Kelly (Nathan), Andrew Ellis (Terry), Jake Curran (Gaz) u. a.
Genre:
Thriller , Horror
Land:
USA, GB, Frankreich, 2020

Originell und clever soll es sein. So lieben es die Kritiker*innen. Doch wenn wir ehrlich sind, ist es völlig absurd, von jedem Film frische, nie dagewesene Ideen zu verlangen. Manchmal reicht es schon, Bekanntes spannend zu inszenieren und mit knackigen Schauspielleistungen abzuschmecken. Dass man das Rad nicht immer neu erfinden muss, beweist der kleine, böse Home-Invasion-Thriller „The Owners“, der auf der Graphic Novel „Vollmondnacht“ basiert.


Darum geht es in „The Owners“:


Der Plan klingt einfach: Um ihrer eintönig-erbärmlichen Existenz irgendwo in der englischen Provinz zu entkommen, wollen Nathan, Terry und Gaz den angeblich prall gefüllten Safe im Haus von Landarzt Dr. Huggins und seiner Gattin knacken. Nathans Freundin Mary hält von diesem Vorhaben nur wenig und möchte eigentlich sofort ihren Wagen wiederhaben, mit dem die jungen Männer zur einsam gelegenen Villa des Paares gefahren sind. Doch dann lässt sie sich breitschlagen, kurz im Auto zu warten. Der Tresor im Keller entpuppt sich allerdings als unüberwindbare Hürde. Und so beschließen die wütenden Einbrecher, den alten Leuten nach ihrer Rückkehr den Zahlencode abzupressen. Weil sie nichts von Nathan und seinen Mitstreitern hört, betritt irgendwann auch Mary das Gebäude. Als der Doktor und seine Frau schließlich in der Tür stehen, nimmt der vermeintlich so leichte Raubzug einen schrecklichen Verlauf.


Warum „The Owners“ zu fesseln weiß:


Eins vorweg: Wem Logik und Plausibilität absolut heilig sind, wird keine große Freude an „The Owners“ haben. Schon das erstaunlich amateurhafte Vorgehen der Eindringlinge könnte für entnervte Seufzer sorgen. Manche Twists, vor allem eine schier unmögliche Hammerattacke, funktionieren nur dann, wenn du nicht auf Glaubwürdigkeit pochst. Schaffst du es aber, über diese Ungereimtheiten hinwegzusehen, dürfte dich der Film schnell gefangen nehmen. Denn gerade weil Nathan und seine Freunde schlecht vorbereitet und keineswegs immer einer Meinung sind, baut sich bereits im Anfangsdrittel eine gewaltige Anspannung auf. Noch bedrückender und explosiver wird die Stimmung mit dem Auftauchen der betagten Eheleute, die sich seltsamerweise massiv sträuben, die Safekombination preiszugeben. Die unnachgiebig pumpende Musik, das begrenzte Setting und die ungebremst hervorbrechende Aggression von Gaz lassen den Druck immer weiter ansteigen, bis „The Owners“ nach rund 40 Minuten drastisch die Richtung wechselt. Verraten sei an dieser Stelle nur so viel: Wie in einigen anderen Home-Invasion-Thrillern auch, siehe etwa „Don't Breathe“, sind die vermeintlich hilflosen Opfer kämpferischer als gedacht. Regisseur Julius Berg lässt die Konfrontation zu einem bizarren Höllenritt ausufern, dessen Enthüllungen sicher etwas besser hätten gesetzt werden können. Mit einfachen aber, wirkungsvollen Mitteln erzeugt der kompakte Reißer dennoch ein verhältnismäßig hohes Maß an Beklemmung. Vor allem im Finale, wo das Bildformat plötzlich zusammenschrumpft, was dem Geschehen einen noch klaustrophobischeren Anstrich verleiht.

Christopher Diekhaus

Anbieter

FilmverleihCapelight Pictures