Strange Dreams

Länge:
101 Minuten (Blu-ray: 105 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Anthony Scott Burns
Darsteller:
Julia Sarah Stone (Sarah), Landon Liboiron (Jeremy), Carlee Ryski (Anita), Christopher Heatherington (Dr. Meyer), Tedra Rogers (Zoe) u. a.
Genre:
Thriller , Horror , Science-Fiction
Land:
Kanada, 2020

Im Schlaf fährt unser Körper runter, während das Bewusstsein ein rätselhaftes Eigenleben entwickelt. Die Welt der Träume ist faszinierend, kann aber genauso gut verstören. Seit den Anfängen des Kinos versuchen Filmemacher*innen, zu ergründen, welche Mechanismen am Werk sind, wenn wir in den Schlummerzustand schalten. Nicht selten entstanden und entstehen dabei geheimnisvolle, düstere und beunruhigende Werke. Einer schwer zu entschlüsselnden Traumlogik folgen beispielsweise viele Arbeiten des US-Amerikaners David Lynch. Wie reizvoll das Feld der Träume sein kann, zeigte erst 2020 der deutsche Schauspielstar Moritz Bleibtreu mit seinem Regie- und Drehbuchdebüt „Cortex“, in dem für einen von starker Müdigkeit geplagten Wachmann die Grenze zwischen Schlaf- und Wachzustand zunehmend verschwimmt. Eine ähnliche Richtung schlägt auch der Kanadier Anthony Scott Burns in seinem zweiten Spielfilm „Strange Dreams“ ein.


Worum es in „Strange Dreams“ geht:


Was genau der Grund für das schlechte Verhältnis zwischen Sarah und ihrer Mutter ist, bleibt nebulös. Unübersehbar ist jedoch, dass es die Jugendliche in den heimischen vier Wänden nicht mehr aushält. Auf Spielplätzen oder bei einer Freundin findet sie nachts regelmäßig Unterschlupf. Nach Hause stiehlt sie sich eigentlich nur dann zurück, wenn sie sich mit neuen Vorräten eindecken muss. Zu schaffen machen der in der Schule ständig wegdösenden Sarah auch ihre unheimlichen Albträume, in denen schattenhafte Wesen in einer labyrinthischen Umgebung lauern. Als sie durch Zufall auf eine Schlafstudie aufmerksam wird, meldet sie sich kurzerhand als Probandin an. Der Haken an der Sache: Das genaue Ziel der Untersuchung halten die Wissenschaftler*innen unter Verschluss. Nach dem Start findet Sarah zunächst mehr Ruhe. Schon bald nehmen ihre Albträume allerdings bedrückendere Formen an. Und noch dazu weiß sie nicht, ob sie den Forscher*innen, und unter ihnen besonders dem nerdigen Jeremy, über den Weg trauen kann.


Warum sich ein Blick in „Strange Dreams“ lohnt:


„Strange Dreams“ ist das, was man im englischen Sprachraum einen „slow burner“ nennen würde. Ohne Hektik führt uns der Film in Sarahs trostloses Leben ein und erzeugt von Anfang an eine zum Inhalt passende traumgleiche Atmosphäre. Wie durch einen Schleier blicken wir auf das Geschehen, das nicht zuletzt dank entrückter Klänge stets etwas unwirklich erscheint. Für Augen und Ohren gibt es hier einiges zu entdecken. Anthony Scott Burns, der nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch die Kamera bediente, den Schnitt verantwortete und an der Musik beteiligt war, nimmt uns mit auf einen Trip ins Unbewusste. Eine Reise, deren Verlauf nur schwer vorherzusehen ist. Die Protagonistin steht im Bann mysteriöser Kräfte. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die überzeugend aufspielende Hauptdarstellerin Julia Sarah Stone ihrer Figur eine zombiehafte Note verleiht. Im Hinblick auf den Zweck der Studie und die seltsamen Albträume der jungen Frau, in die wir regelmäßig abtauchen, präsentiert uns Burns spannende Ideen. Leider drückt er sich darum, sie genauer zu erforschen. Am Ende zieht sich der Filmemacher lieber mit einem Twist aus der Affäre, der seinem stimmungsvollen Sci-Fi-Horror-Thriller-Mix nicht ganz gerecht wird.

Christopher Diekhaus

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (37. Woche 2021).