Star Trek: Lower Decks – Staffel 2

Serienstart:
12.08.2021
Staffel:
2
Folgen:
10
Länge der Folgen:
ca. 30 min.
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Jason Zurek, Kim Arndt, Bob Suarez
Darsteller:
/
Genre:
Science-Fiction , Animation , Comedy , Action , Abenteuer
Land:
USA, 2021

Die Serie, die scheinbar als Einzige in der Lage ist, die Lager des „Old Trek“ (alle „Star Trek“-Serien bis einschließlich „Star Trek: Enterprise“) und „New Trek“ (alles seit dem Kinoreboot von J.J. Abrams 2009) zu vereinen, ist zurück! Und das ist ausdrücklich eine gute Nachricht, denn der vielleicht auch überraschende Erfolg der ersten Staffel mit dem Mix aus Comedy, ernstzunehmender Action und guten, alten „Star Trek“-Elementen kann wiederholt werden.


Was dich in Staffel 2 von „Lower Decks“ erwartet:


Die U.S.S. Cerritos, das Föderationsraumschiff aus der zweiten Reihe, hat sich seine Sporen im Kampf gegen die Pak'leds verdient – von zweitklassigen Missionen sind sie deshalb noch lange nicht befreit. Auch diesmal sind es vor allem die Fähnriche aus den unteren Decks, Mariner, Boimler, Rutherford und Tendi, die sich mit nervigen, intelligenten Computern mit Gottkomplex oder vom Aussterben bedrohten außerirdischen Riesenaffen herumschlagen müssen. Doch auch die Brückencrew, allen voran Mariners Mutter Captain Freeman und der von den Toten wiederauferstandene Shaxs, haben ihr Päckchen zu tragen.

Wer immer noch Probleme mit dem teils halsbrecherischen Tempo der Dialoge und dem Animationsstil hat, der wird wohl auch in die zweite Staffel von „Lower Decks“ nicht unbedingt ohne Stolpern hineinkommen. Den Rest erwartet wieder ein massiv unterhaltsamer Trip in die „Star Trek“-Welt, der vielleicht den Insiderwitz etwas mehr übertreibt als die erste Staffel. Einige Dinge werden nur wirklich tief in der Materie steckenden Fans auffallen („Dieses Alien im Hintergrund! Das Design basiert auf einem ersten Entwurf von Saru aus ‚Star Trek: Discovery‘!“), andere, wie die wenig subtilen Rückgriffe auf die Kirk-Ära, sind so offensichtlich, dass man manchmal das Gefühl hat, aus den kleinen Easter Eggs der ersten Staffel sind ganz bewusst den Fans schmeichelnde Story-Aufhänger geworden. Das ist im Hinblick auf die lange Geschichte des Franchises sogar verständlich und noch weit von Mario Barth'schen „Kennste? Kennste? Kennste?“-Orgien entfernt, aber die Referenzen stehen weitaus mehr im Rampenlicht als noch im ersten Anlauf.


Lohnt sich ein Blick in die zweite Staffel?


Das Herz hat „Lower Decks“ weiterhin am rechten Fleck. Die Geschichten sind mit viel Liebe zum Detail und zu ihren Figuren erzählt. Werden Tendi und Rutherford sich endlich eingestehen, dass sie sich sehr, sehr mögen? Werden wir noch mehr „sexy time“ zwischen Shaxs und T’Ana sehen? Wird Boimler etwas weniger neurotisch werden? Und was deutet die Serie am Ende zwischen Mariner und Sh'reyan an? Fans werden viel zu diskutieren haben und genau dies unterscheidet „Lower Decks“ einmal mehr von den anderen „New Trek“-Serien, denn die Diskussionen können wohlwollend geführt werden und nicht mit einem konstanten „Was sollte das denn?“ auf den Lippen. Vor diesem Hintergrund kann man die Zitateflut vielleicht auch noch wohlwollender sehen: es arbeiten wieder einmal Menschen an dieser Serie, die das Franchise so heiß und innig lieben, dass mitunter die Pferde mit ihnen durchgehen. Auch wenn man zugegeben muss, dass es toll ist, endlich einmal die Navigationsabteilung zu sehen, die von Delfinen geleitet wird. Ob sich das die Autor:innen jemals gedacht hätten, als sie diesen kleinen Verweis dereinst in die Dialoge von „Star Trek –Das nächste Jahrhundert“ einbauten?


Unser Fazit:


„Star Trek – Lower Decks“ ist auch im zweiten Jahr eine zutiefst spaßige, für „Star Trek“-Fans sehr lohnende Angelegenheit. Die Ernsthaftigkeit, mit der manche dramaturgische Entwicklungen durchgespielt werden überrascht dabei ebenso wie die hemmungslose Albernheit, die man sich mit Trek-Klischees wie dem machtgierigen Computer leistet. Die Geschichten und Rätsel für die dritte Staffel werden derweil so gekonnt gesetzt, dass man es eigentlich kaum abwarten kann. Energie!

Jan Noyer

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (32. Woche 2021).