Soy Nero

Länge:
118 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Regie:
Rafi Pitts
Darsteller:
Johnny Ortiz (Nero), Rory Cochrane (Unteroffizier McLoud), Aml Ameen (Bronx), Darrell Britt-Gibson (Compton), Michael Harney (Seymour), Ian Casselberry (Jesus), Rosa Frausto (Mercedes) u. a.
Genre:
Politischer Film
Land:
Deutschland, Frankreich u.a., 2016

„Soy Nero“, der fünfte Spielfilm des britisch-iranischen Regisseurs Rafi Pitts, beruht zum Teil auf wahren Begebenheiten und spielt vor dem Hintergrund des Kriegs der USA gegen den Irak sowie der streng gesicherten US-Grenze gegen Mexiko, die zum nahezu unüberwindbaren Hindernis für illegale Immigranten in die USA geworden ist. Gleichwohl träumt auch der 19-jährige Mexikaner Nero von einem besseren Leben in den USA. Sein großer Bruder Jesus hat es bis nach Los Angeles geschafft, doch er selbst wurde immer wieder an der Grenze gefasst und nach Mexiko abgeschoben. In einer Silvesternacht gelingt es Nero endlich, den Grenzzaun zu überwinden und sich bis nach Los Angeles durchzuschlagen. Etwas neidisch bewundert Nero seinen großen Bruder, der in einer Prunkvilla mit Swimmingpool und gediegenem Fuhrpark wohnt. Um diesen amerikanischen Traum auch für sich wahr werden zu lassen, entscheidet sich Nero gegen den Rat des Bruders, in die amerikanische Armee einzutreten. Auf diese Weise kann er die amerikanische Staatsbürgerschaft erlangen. Einige Zeit später findet er sich mit den Rekruten Mohammed, Seymore und Bronx in der irakischen Wüste an einem verlorenen Kontrollposten wieder, der gerade von einer feindlichen Übermacht angegriffen wird.

Den sogenannten Dream Act, der Einwanderern die Green-Card gegen den Eintritt in die US-Armee verspricht, gibt es tatsächlich. Der Film beruht zudem auf den wahren Erlebnissen des Mexikaners Daniel Torres, der für die USA in den Irakkrieg zog und heute wieder in Mexiko lebt. Damit gehört er zu den Überlebenden, die Glück im Unglück hatten, denn viele seiner Landsleute haben durch diesen Dream Act ihre Gesundheit oder gar ihr Leben verloren oder sie wurden nach dem Krieg trotzdem wieder abgeschoben. Ihnen ist dieser an drei Handlungsorten spielende Film gewidmet, der unmissverständlich klar macht, wie sehr Wunschtraum und Realität für viele Immigranten auseinanderklaffen, etwa wenn Neros Bruder und seine Freundin sich plötzlich als unterwürfige Dienstboten des reichen Villenbesitzers entpuppen. Neben der Grausamkeit und Absurdität eines Krieges, der allerdings mehr aus der Distanz und durch genaue Beobachtungen über zwischenmenschliche Beziehungen gezeigt wird, macht „Soy Nero“ auch deutlich, wie wenig die Menschen selbst zählen in einem Land, das sich Freiheit, Menschenwürde und Demokratie auf die Fahnen geschrieben hat. Sehenswert!

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

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Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (21. Woche 2017).

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