Soulfood - Familie geht durch den Magen

Länge:
85 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 10 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Regie:
Fernando Grostein Andrade
Darsteller:
Noah Schnapp (Abe), Seu Jorge (Chico), Dagmara Dominczyk (Rebecca), Arian Moayed (Amir), Mark Margolis
Genre:
Familienfilm , Großstadtfilm , Jugend
Land:
USA, Brasilien , 2019

Abe ist 12, ein Junge aus New York, der sich lieber fürs Kochen interessiert als dafür, Zeit mit Gleichaltrigen zu verbringen. So bekommt er im Internet als Foodblogger Aufmerksamkeit, hat aber keine Freunde. Seine Familie stellt Abe ebenfalls vor Herausforderungen. Die eine Hälfte ist israelisch, die andere palästinensisch. Soll Abe seine jüdische Bar Mizwa feiern oder lieber zum Ramadan fasten oder weder das eine noch das andere? Letzeres wäre seinem Vater Amir am liebsten, da dieser sich aus allem raushalten möchte. Immer wieder führen die Zusammenkünfte der Familie zu Diskussionen und Abe fühlt sich irgendwie dazwischen. Als er im Internet über den brasilianischen Koch Chico liest, der in New York seine Fusion-Küche präsentiert, die verschiedene Einflüsse miteinander verbindet, ist Abe neugierig. Heimlich haut er nachts von Zuhause ab, streift durch die Stadt und sucht Chico und seinen improvisierten Food-Stand auf. Als seine Eltern Abe in einen Sommerferien-Kochkurs für Kinder schicken, geht Abe heimlich erneut zu Chico. Er will von ihm das Kochen lernen! Anfangs skeptisch, lässt Chico sich schließlich auf den Jungen ein, denn Abe hat wirklich Talent. Und Abe hat ein Ziel: Mit einem von ihm gekochten großen Essen will er seine Familie endlich einmal ohne Diskussion an einen Tisch bekommen. Das erweist sich jedoch als schwieriger als gedacht.

In seinem ersten englischsprachigen Spielfilm erzählt der brasilianische Regisseur Fernando Grostein Andrade zum einen von der ungebrochenen Leidenschaft eines Jungen für die Herstellung von gutem Essen, zum anderen von seiner Hoffnung, die politischen und kulturellen Differenzen seiner Familie zu brechen und sie einig an einen Tisch zu bekommen. „Soulfood - Familie geht durch den Magen“ nimmt sich damit thematisch viel vor. Wie Abe ein Bewusstsein für die politisch komplexe wie verfahrene Situation entwickelt, in der sich seine Familie befindet, und wie es ihn schmerzt, dabei immer wieder zwischen den Stühlen zu stehen, vermittelt sich anschaulich. Jedoch findet die Geschichte zu wenig mehr als klischeehaften Situationen, in denen Abe vom jüdischen Teil seiner Familie mal in die eine, vom palästinensischen Teil in die andere Richtung geschubst wird. Auch hat sich Fernando Grostein Andrade dazu entschieden, das Ganze zu einem stark vereinfachenden Ende zu führen statt sein Publikum mit einem Denkanstoß aus dem Film gehen zu lassen.

Abes Weg als Außenseiter mit einer Liebe zum Essen, sein Eintauchen in die Welt von Chicos Küche und die beginnende Freundschaft der beiden wird ebenfalls eher oberflächlich in erwartbaren Schritten erzählt. So warmherzig alle Figuren gezeichnet sind, bleiben sie etwas blaß - abgesehen von dem in seiner Mischung aus Unsicherheit und Entschlossenheit wunderbar von Noah Schnapp gespielten Abe. So ist „Soulfood - Familie geht durch den Magen“ ein Film voller guter Absichten, der jedoch zu einfache Antworten für ein komplexes Thema präsentiert, dafür aber mit einem sehenswerten Hauptdarsteller aufwartet.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch

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Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (35. Woche 2020).