Sons of Denmark - Bruderschaft des Terrors

Länge:
120 Minuten (Blu-ray: 118 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Regie:
Ulaa Salim
Darsteller:
Zaki Youssef (Ali), Mohammed Ismail Mohammed (Zakaria), Imad Abul-Foul (Hassan), Rasmus Bjerg (Martin Nordahl), Özlem Saglanmak (Mariam) u. a.
Genre:
Drama , Thriller
Land:
Dänemark, 2019

Lässt sich Gewalt am besten mit Gewalt beantworten und kann es erlaubt sein, andere Menschen zu töten, um Schlimmeres zu verhindern? Diese Frage, die vermutlich die gesamte Geschichte der Menschheit durchzieht, stellte sich auch der irakischstämmige Filmemacher Ulaa Salim vor dem Hintergrund aktueller Terroranschläge und den Erfolgen rechtsextremer Parteien in ganz Europa. Gerade erst hatte er sein Studium an der dänischen Filmhochschule abgeschlossen, da wagte er sich schon an seinen ersten Langspielfilm. Die Thematik beschäftigte ihn bereits seit Jahren, denn er kannte die Ressentiments gegen „Fremde“ auch aus eigener Erfahrung. Sein Film spielt dennoch erst im Jahr 2025. Er inszenierte ihn als Thriller im Milieu verdeckter Ermittler bei der Polizei, in der Hoffnung, auf diese Weise ein größeres Publikum anzusprechen.

Nach einem Bombenanschlag in Kopenhagen mit zahlreichen Toten ist die extreme Rechte zur führenden politischen Kraft im Land aufgestiegen. Deren Parolen, der Staat habe bei der Bekämpfung des Terrorismus versagt, kommen bei großen Teilen der Bevölkerung gut an. Schuld seien auch die Ausländer, die allesamt das Land verlassen sollen, damit Dänemark „wieder den Dänen gehöre“. Bei den bevorstehenden Parlamentswahlen kann sich der ultranationalistische Politiker Martin Nordahl inzwischen Hoffnungen auf das Amt des Premierministers machen. Dem verdeckten Ermittler Ali, der aus Sicht der Ultrarechten selbst ein verhasster Fremder ist, gelingt es unter großem persönlichen Einsatz, einen von Islamisten geplanten Mordanschlag auf Nordahl zu vereiteln. Obwohl Ali bei seinen weiteren Recherchen herausfindet, welche Gefahr von diesem Mann wirklich ausgeht, der direkte Verbindungen zur rechtsradikalen Gruppierung „Die Söhne Dänemarks“ hat, soll sich die Polizei lieber auf islamistische Terrorzellen konzentrieren. Ali steht damit vor einer schwierigen Entscheidung, wie er sich bei diesem Konflikt verhalten soll, zumal seine arabischstämmige Familie inzwischen unmittelbar von den Neonazis bedroht wird.

Eigentlich sind es mehrere Geschichten, die Regisseur Ulaa Salim in seinem Film erzählt. Sie werden durch die sich verändernde Beziehung der beiden Gegenspieler Ali und Nordahl zusammengehalten und spielen vor dem Hintergrund einer in ihren Grundfesten erschütterten demokratischen Gesellschaft, die von salafistischen Terroristen und ultrarechten Gruppierungen gleichermaßen bedroht wird. Dabei vermeidet der Film geschickt voreilige Schuldzuweisungen. Beide Gruppierungen haben nachvollziehbare Argumente, fühlen sich selbst im Recht und ungerecht behandelt. Die Polizei bleibt sich unschlüssig darüber, von welcher der beiden Gruppierungen die größere Gefahr ausgeht, und trifft mitunter fragwürdige Entscheidungen, die zur Eskalation der Gewaltspirale beitragen. Ein Dilemma, das der Film schonungslos zur Sprache bringt, auch wenn die Zeichnung der Figuren Schwachstellen aufweist, weniger vielleicht bei den Islamisten als bei den „Söhnen Dänemarks“, die im ganz wörtlichen Sinn allzu gesichtslos bleiben. Trotzdem ein beachtliches Debütwerk, das keine leichten Antworten gibt, sondern wichtige moralische und gesellschaftspolitische Fragen aufwirft.

Holger Twele

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch, Englisch

Untertitel: Deutsch

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