Son Of The South

Länge:
105 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
26.08.2021
Regie:
Barry Alexander Brown
Darsteller:
Lucas Till (Bob Zellner), Lucy Hale (Carol Anne), Cedric the Entertainer (Ralph Abernatty), Julia Ormond (Virginia Durr), Brian Dennehy (Großvater), Lex Scott Davis (Joanne)
Genre:
Historienfilm , Politischer Film , Drama
Land:
USA, 2020

Was dich im Film „Son of the South“ erwartet:


Der Ku-Klux-Klan, eine Untergrundbewegung reaktionärer Weißer, die sich der brutalen Unterdrückung der afroamerikanischen Bevölkerung verschrieben hat. Dass der Klan nicht nur untergründig und im Schutz der Dunkelheit, sondern in manchen südlicher gelegenen Staaten auch bei Tageslicht operierte, zeigt „Son of the South“ aus der Perspektive des weißen Studenten Bob Zellner (Lucas Till). Im Jahr 1961 gerät Bob eher versehentlich zwischen die Fronten, wird sich jedoch bald seiner Prinzipien bewusst und nimmt gemeinsam mit den Widerständlern den Kampf gegen die Rassentrennung auf. Bald muss er am eigenen Leib erfahren, dass der Ku-Klux-Klan auch nicht vor Weißen haltmacht, die für die Rechte Schwarzer eintreten.

„Es wird der Moment kommen, da wird etwas Schlimmes passieren: Vor Ihren Augen. Dann müssen Sie entscheiden, auf welcher Seite Sie stehen. Sich nicht zu entscheiden, ist eine Entscheidung.“ Mit diesen Worten schleust niemand Geringeres als die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks höchstpersönlich den jungen Studenten Bob durch die Hintertür, als Polizisten den Gottesdienst der schwarzen Gemeinde sprengen, um ihn und seine Kommilitonen zu verhaften. Bob hat sich eigentlich nichts Böses dabei gedacht, er wollte mit seinen Freunden lediglich für eine Hausarbeit über Rassentrennung recherchieren. Sein Interesse an der schwarzen Bürgerrechtsbewegung wird nicht nur von seiner Zukünftigen Carol Anne (Lucy Hale) mit Missmut beobachtet. Auch Bobs eiserner Großvater (Brian Dennehy) beäugt die neuesten Unternehmungen seines Enkels mit Feindseligkeit, denn der alte Mann ist alteingesessenes Klan-Mitglied. Als Bob sich den „Freedom Riders“ anschließt, um mit einem Überlandbus durch die Südstaaten zu tuckern und das höchstrichterliche Verbot der Rassentrennung vom Supreme Court durchzusetzen, lernt er die Grausamkeiten kennen, zu denen Menschen fähig sind.


Lohnt sich ein Blick in „Son of the South“ für mich?


Der afroamerikanische Regisseur Spike Lee schrieb mit seinen aktivistischen Filmen über Rassismus Filmgeschichte und legte zuletzt mit „BlacKkKlansman“ (2018) seinen Finger in die offen schwelende Wunde seiner Heimat. Das historische Drama „Son of the South“ setzt sich erneut mit den Schrecken des berüchtigten Ku-Klux-Klan auseinander, allerdings fungierte Lee hier lediglich als ausführender Produzent und überließ den Regiestuhl seinem langjährigen Freund und Kollegen Barry Alexander Brown, der bei „BlaKkKlansman“ den Schnitt verantwortete.

„Son of the South“ ist ein weiterer aufklärerischer Film, der eine der größten Schattenseiten der amerikanischen Geschichte beleuchtet. So zeigt er etwa, dass es in den südlicheren Gefilden der USA Anfang der 60er zum ,guten Ton‘ gehörte, Klan-Mitglied zu sein und, dass Schwarze auf offener Straße verprügelt oder im schlimmsten Falle gar getötet werden konnten, ohne dass die Täter*innen einer Strafe überführt wurden. Black Lives Matter zeigt, dass die offiziellen Rechte auch heute noch keine Entsprechung in der Realität haben. Barry Alexander Brown lenkt die Aufmerksamkeit in diesen zwei – manchmal etwas zu brav inszenierten, aber dennoch lehrreichen – Geschichtsstunden darauf, dass Weiße in der Pflicht stehen, sich gemeinsam aktiv gegen dieses herrschende Unrecht zu engagieren.

Nathanael Brohammer

Anbieter

Filmverleih Busch Media Group