So was von da

Länge:
87 Minuten (Blu-ray: 91 Minuten)
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
16.08.2018
Regie:
Jakob Lass
Darsteller:
Niklas Bruhn (Oskar), Mathias Bloech (Rocky), David Schütter (Pablo), Tinka Fürst (Mathilda), Corinna Harfouch (Innensenatorin Rockmann), Bela B (Elvis Rockmann), Kalle Schwensen (er selbst)
Genre:
Literaturverfilmung , Drama
Land:
Deutschland,

Der melancholische Oskar betreibt mit dem schmierig arroganten Freund Pablo einen angesagten Klub in St. Pauli, der nach der Silvesternacht schließen soll. Der Klub ist Heimat der Verlorenen, Exzessiven, Partywütigen, ein Schmelztiegel der Suchenden. Aber jetzt geht alles den Bach runter. Oskar trauert der Liebe seines Lebens Mathilda nach. Und dann steht ausgerechnet Kiez-König Kalle Schwensen plötzlich in seiner Wohnung, nachdem dessen hünenhafte Schläger die Tür eingetreten haben, und erpresst eine weitere Schutzgeldzahlung. Die Silvesterparty wird ein durchschlagender Erfolg und eskaliert in einem drogengeschwängerten Exzess. Oskars Freunde Rocky, Nina und Leo haben jeder ihre eigenen Sorgen: Rocky verkraftet den Ruhm als Musiker nicht, seine Mutter ist ausgerechnet die verhasste Innensenatorin, welche den Vater, einen kranken, abgehalfterten Rockstar gefangen hält, Nina hat Krebs im Endstadium und außerdem nehmen alle – so viel ist sicher – kreuz und quer alles, was der Drogenmarkt hergibt und spülen es mit reichlich Alkohol runter. Durch das Abenteuer der Nacht navigiert Oskar und besiegelt schließlich das, was von Anfang an sicher war: Nur die Freunde bleiben, auch wenn alles dem Untergang geweiht ist. Denn das Leben ist immer nur hier und jetzt.

Einer der interessantesten deutschen Filmemacher adaptiert den Bestseller Roman von Tino Hanekamp über eine junge Generation zwischen exzessivem Hedonismus, Kaputtheit und naivem Idealismus. Jakob Lass hat mit den beiden Vorgängerfilmen (Love Steaks, Tiger Girl) bereits einen ganz eigenen Weg beschritten. Statt eines Drehbuchs benutzt er ein Drehbuchskelett, dreht an Originalorten mit Laien und besetzt nur die Hauptrollen mit professionellen Schauspielern. Dieser Ansatz ist wie gemacht für die Story über eine wilde Partynacht in einem Hamburger Szeneklub, aber da ist auch Oskars Off Stimme, die Sätze aus dem Roman spricht und die Perspektive vorgibt. Auch ist da Lass` spielerische Gestaltungswut, die Split-Screens und andere Verfremdungen einsetzt. Die Szenen mit Kiezkönig Kalle Schwensen wirken humoristisch und überhöht, unterstreichen dadurch gerade nicht die Authentizität des Ganzen, auch wenn der Halbweltkönig sich hier selbst spielt. Aber vielleicht ist das auch gar nicht wichtig, denn die Wahrhaftigkeit stellt sich sowieso immer nur in kurzen Momenten ein. Das Ergebnis ist mal erhaben schön, mal gewollt schmutzig widerlich, und tatsächlich wirkt es ganz nah am Lebensgefühl der feierwütigen Generation. Der unbedarfte Umgang mit Drogen führt zu nichts, außer dass sich die Personen von ihren echten Bedürfnissen immer weiter entfernen. So wie Oskar, der nicht zu seiner großen Liebe Mathilda zurückfindet, auch wenn sie genau vor ihm steht. So schwankt auch dieser Film von Lass zwischen Schönheit, Schmutz, Scheitern und Erhabenheit. Das ist eine ganze Menge.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Sprachen: Deutsch

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