So Damn Easy Going

Länge:
91 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
12.01.2023
Regie:
Christoffer Sandler
Darsteller:
Nikki Hanseblad (Joanna), Melina Paukkonen (Audrey), Emil Algpeus (Matheus), Shanti Roney (Joannas Vater), Zara Martinsson (Mikaela)
Genre:
Jugend , Tragikomödie
Land:
Schweden, Norwegen, 2022

Ihre Mutter ist gestorben und ihr Vater kommt seitdem nicht mehr aus dem Haus. Apathisch sitzt er den ganzen Tag vorm Fernseher und sieht Rateshows. Joanna muss alles selbst erledigen, vor allem Geld auftreiben. Für ihre ADHS-Medikamente oder den Strom, der abgestellt wurde. Johannas Leben ist chaotisch, wild, ein einziges Auf und Ab. Und genau davon erzählt Christoffer Sandlers Langfilmdebüt „So Damn Easy Going“, das auf dem schwedischen Roman der Erfolgsautorin Jenny Jägerfeld basiert.


Worum es in „So Damn Easy Going“ geht:


Joanna hat viele Probleme. Auf Platz 1 momentan: Ihre Tabletten sind alle und die Rezeptrechnungen nicht bezahlt. Ungünstig! Ihr ADHS ist nämlich manchmal so stark, dass es in ihrem Kopf blitzt und funkt wie tausende Stroboskoplichter. Alles an ihrem Körper ist dann in Bewegung. Unverbindlicher Sex mit Mitschüler Matheus hilft ein bisschen, schwimmen auch. Im Wasser ist Joanna frei, plötzlich hat sie das Gefühl alles erreichen zu können und ganz bei sich zu sein. Und dann ist da auch noch die neue Mitschülerin Audrey. Sie ist ruhig und selbstbewusst – und wie durch ein unerklärliches Wunder, interessiert sie sich für die Klassen-Außenseiterin Joanna. „Was für eine Art Mensch bist du?“, fragt sie Audrey augenzwinkernd. Als ob Joanna darauf eine Antwort hätte.

Als Johanna eines Abends mit Audrey und ihren coolen Freundinnen feiern geht, sind es plötzlich nicht mehr die Lichter in ihrem Kopf, sondern die im Klub, die durch sie hindurchwirbeln und die alles ganz einfach machen. Zum Beispiel das mit mit der Liebe. Aber Joanna ist ziemlich gut darin, alles mit einem Schlag kaputt zu schlagen. Schließlich klaut sie Matheus sogar Gras, um an das dringend benötigte Geld für die Tabletten zu kommen.


Lohnt sich der tragikomische Jugendfilm für dich?


Chaos in der Schule, ein depressiver Vater zuhause und mittendrin Johanna, die versucht, alles in den Griff zu bekommen. In „So Damn Easy Going“ erfahren wir aus ihrer Perspektive, wie sich dieser alltägliche Kampf anfühlt. Johanna ist unruhig, ständig gehetzt, vertuscht ihre Probleme, hat nervöse Ticks. All das fängt der Film in schnellen Schnitten und einem treibenden Rhythmus ein. Trotzdem liegt über allem eine Leichtigkeit, denn Joannas unverblümte und nervöse Art führt auch zu vielen skurril lustigen Situationen. Sie plappert oft schneller als sie denkt, auf eine Art ist sie tatsächlich verdammt einfach in ihrer Direktheit. Dabei versteckt sie ihre wahren Gefühle hinter einem dicken Panzer. Sarkasmus und zarte Feinfühligkeit, existenzielle Probleme und einfache Lebensfreude, die ganz großen Fragen und die kleinen Freuden – bei diesem Coming-Of-Age-Film werden viele Gegensätze mit spielerischer Leichtigkeit aufgelöst.

Neben den fieberhaften Szenen aus Joannas Leben findet Regisseur Christoffer Sandler starke und überhöhte Bilder, wenn Joanna endlich zur Ruhe kommt. Wenn ihr Audrey plötzlich einen sicheren Ort in ihren Armen bietet, wenn sie durch das Wasser krault, wenn sie für Momente vergessen kann, wer sie ist. Dabei geht es am Ende vor allem darum: Finde heraus, wer du bist, und akzeptiere dich, egal wieviele vermeintliche Fehler und Macken du hast.

Christiane Radeke

Anbieter

FilmverleihSalzgeber