Sneakerella

Länge:
112 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 0 Jahren
Regie:
Elizabeth Allen Rosenbaum
Darsteller:
Chosen Jacobs (El), Devyn Nekoda (Sami), Lexi Underwood (Kira), Juan Chioran (Gustavo / gute Fee), John Salley (Darius King), Bryan Terrell Clark (Els Stiefvater Trey) u. a.
Genre:
Märchen , Musikfilm , Komödie
Land:
USA, 2022

Als einer der bekanntesten Märchen-Klassiker der Gebrüder Grimm begegnet uns die Geschichte der Cinderella immer wieder – natürlich auch in zahlreichen Verfilmungen, die immer öfter einen frischen Drive in die ursprüngliche Story bringen. Mit der Neuauflage „Sneakerella“ geht Disney jetzt allerdings noch einen Schritt weiter: ein 16-jähriger Junge aus dem New Yorker Stadtteil Queens als neue Cinderella, der stylische Sneaker ersetzt den Glasschuh. Überhaupt dreht sich hier alles rund um die Sneaker-Kultur – was wirklich cool gemacht ist, sich zum Teil aber wie ein Werbefilm mit einer etwas fragwürdigen Botschaft anfühlt. Wir sind zwiegespalten …


Was dich im Disney-Film „Sneakerella“ erwartet:


Seit dem Tod seiner Ma ist Els Leben alles andere als rosig: Viele seiner Kindheitsträume haben sich in Rauch aufgelöst, sein Stiefvater lässt ihn unablässig im familiengeführten Schuhladen schuften und seine beiden Stiefbrüder drangsalieren ihn, wo sie nur können. Nur die Zeit mit seiner besten Freundin Sami heitert ihn immer wieder auf – denn neben ihrer langjährigen Verbundenheit können sie sich immer wieder stundenlang über Sneaker austauschen und sie bestärkt ihn schließlich auch darin, sein eigenes Design-Talent zu nutzen. Dafür gibt es tatsächlich eine großartige Gelegenheit: Rein zufällig lernt er nämlich Kira kennen, Tochter des bekannten Sneaker-Königs Darius King. Sie verstehen sich blendend und da schwebt noch einiges mehr in der Luft – wer sie ist, erfährt El allerdings erst hinterher.

Ihre nächste Begegnung haben sie dann bei einer exklusiven Sneaker-Gala, wo er durch Kira Gelegenheit bekommen soll, Darius King höchstpersönlich kennenzulernen und ihm seine selbstkreierten Sneaker vorzustellen. Doch dass El überhaupt hier sein kann, verdankt er einem Zauber, der ihm nur bis Mitternacht Zeit lässt. Zu wenig, wie sich zeigt. Außerdem halten ihn plötzlich alle für einen erfolgreichen Designer – auch Kira. Und er bringt es nicht übers Herz, ihr die Wahrheit zu sagen: dass er eben nur ein einfacher Junge aus Queens ist.


Lohnt sich die Sneaker-Variante von „Cinderella“ für mich?


Es ist alles andere als leicht, sich ein Urteil über „Sneakerella“ zu bilden. Auf der einen Seite ist der Ansatz für die Story wirklich mal was anderes, die zahlreichen Tanz- und Musical-Einlagen im Hip-Hop/R&B-Style haben einen coolen Drive (selbst wenn man Musicals eigentlich nur bedingt mag). Auch die Parallelen zum Märchen sind richtig gut gemacht: So ist die gute Fee ein älterer Gärtner aus dem Viertel, die Kutsche ein schicker Oldtimer, der unter einer Plane im Look eines abgenutzten Wagens versteckt war, und auch sonst erwarten dich zahlreiche Details, die deutlich machen, dass „Sneakerella“ seinen Titel nicht nur wegen des lustigen Wortspiels trägt. Die Liebesgeschichte ist vielleicht ein bisschen kitschig – aber bitte, es ist ein Märchen, da darf das ruhig sein. Und die wie so oft mitschwingende Botschaft, die eigenen Träume nicht einfach so vom Leben beiseite wischen zu lassen, sondern weiterhin an sie zu glauben, passt hier ebenfalls ziemlich gut.

So weit eigentlich alles super – wäre da nicht die erste halbe Stunde des Films, in der es so wirkt, als wären Sneaker ein wichtiger Teil unserer Persönlichkeit und unabdingbar zum Erreichen unserer Träume. Das beginnt schon beim Einstieg, der 1:1 ein Werbeclip für Nike und Co. sein könnte: El schlüpft in seine Sneaker und stolziert fröhlich tanzend durch sein Viertel, während ihn immer mehr Menschen tanzend begleiten. Dabei beflügeln ihn die Schuhe so sehr, dass sie ihn schließlich sogar schweben lassen. Später erfahren wir dann noch, dass El ein „Sneaker-Hellseher“ ist, der die Persönlichkeit eines Menschen anhand seiner Schuhe erkennt. Ja nee, ist klar! Auch wenn der Film an sich Spaß macht, schwingt hier also eine fragwürdige Botschaft mit. Halten wir deshalb fest: Über diese und das mit ihr verknüpfte Konsumverständnis darf nachgedacht und diskutiert werden. Und wir können nur hoffen, dass nicht bald auch die erste Märchenverfilmung über NFTs kommt …

Marius Hanke

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Streaming-Anbieter

Angaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (19. Woche 2022).