Skin

Länge:
118 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
03.10.2019
Regie:
Guy Nattiv
Darsteller:
Jamie Bell (Bryon Widner), Danielle Macdonald (Julie Price), Daniel Henshall (Slayer), Bill Camp (Fred Krager), Vera Farmiga (Shareen), Mike Colter (Daryle Jenkins)
Genre:
Biopic , Drama
Land:
USA, 2018

Bereits sehr früh verschlägt es den orientierungslosen Bryon Widner in die Arme des überzeugten Neonazis Fred Krager und seiner Frau Shareen, die gemeinsam eine rechtsradikale Gruppierung anführen. Die hasserfüllte Ideologie seiner Ersatzfamilie saugt der junge Mann begierig auf und lässt sich seine Wut immer wieder in die Haut stechen. Zahlreiche Tattoos mit martialischen Sprüchen zieren seinen durchtrainierten Körper, mit dem er sich regelmäßig in gewalttätige Auseinandersetzungen schmeißt. Als Bryon bei einer Veranstaltung seiner Kameraden der alleinerziehenden Dreifachmutter Julie Price begegnet, die mit der Skinheadszene eigentlich nichts mehr zu tun haben will, überdenkt er zum ersten Mal sein Leben und kann sich plötzlich eine Zukunft ohne billige Parolen und Straßenschlachten vorstellen. Schnell begreift er allerdings, dass seine langjährigen Mitstreiter keineswegs bereit sind, ihn einfach ziehen zu lassen. Der Weg in die Freiheit hat einen schmerzhaften Preis.

„Skin“ ist einer dieser Filme, die in besonderem Maße von ihrem Ensemble zehren. Regisseur und Drehbuchautor Guy Nattiv treibt die Schauspieler in seiner ersten amerikanischen Arbeit zu energiegeladenen Leistungen an und verleiht dem biografischen Drama, das die Geschichte des realen Bryon Widner fiktionalisiert, dadurch einen ordentlichen Schuss Authentizität. Obwohl fast alle Akteure überzeugen, muss man den dank zahlreicher Tätowierungen fast nicht wiederzuerkennenden Hauptdarsteller Jamie Bell (der sensible Junge aus Billy Elliot – I Will Dance) hervorheben. Seine ungemein körperliche, fiebrig-eindringliche Performance transportiert die Aggressionen und die Zweifel des Protagonisten unverstellt in den Kinosaal und hindert den Zuschauer daran, auf Abstand zum Leinwandgeschehen zu gehen. Dass Widner trotz seiner menschenverachtenden Einstellung und seiner Gewaltbereitschaft auch eine liebevolle, mitfühlende Seite hat, arbeitet Bell glaubhaft in Bryons Umgang mit Danielle und ihren Kindern heraus. Bei aller Freude über die mitreißenden Darbietungen lassen sich manche Drehbuchschwächen aber nicht ignorieren. Gelegentlich wirken die Handlungsschritte etwas abrupt. Die Szenen rund um den afroamerikanischen Aktivisten Daryle Jenkins werden eher holprig in den Plot-Verlauf eingebettet. Und einige Figuren hätten sicher ein paar Striche mehr vertragen können. Bewundernswert ist dennoch die wichtige Botschaft des Films: Selbst wenn man sich komplett verrannt hat, unrettbar verloren scheint, ist eine Umkehr nicht unmöglich.

Weitere Angaben

Filmtyp: Farbe

Anbieter

Anbieterangaben beruhen auf Informationen zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (40. Woche 2019).