Sing Me A Song

Länge:
99 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 12 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
09.12.2021
Regie:
Thomas Balmès
Darsteller:
Peyangki, Ugyen Pelden, Pemba Dorji, Choney Pelden, Bidha, Cheki Wangmo, Damcho Wangchuk
Genre:
Dokumentation
Land:
Frankreich, Deutschland, USA , 2019

Was dich in „Sing me a song“ erwartet:


Peyangki ist mit 8 Jahren bereits Mönch in einem Kloster in Laya, einem bhutanesischen Dorf im Himalaya. Voller Zufriedenheit und mit dem Ziel, selber einmal ein Lama, ein buddhistischer Lehrer, zu werden. Zehn Jahre später sieht das anders aus: Peyangki tut sich schwer damit, sich auf seine Studien im Kloster zu konzentrieren und verbringt viel Zeit am Smartphone. Über WeChat, einer Messenger-App, hat er Ugyen, eine junge Frau aus der Hauptstadt Thimphu, kennengelernt. Sie schreiben sich ständig Nachrichten hin und her. Ugyen singt für Peyangki – am schönsten findet er Liebeslieder. Mit seiner Schwester sammelt er in den Bergen Heilpilze und verkauft sie, um das Mönchensein hinter sich lassen und zu Ugyen nach Thimphu fahren zu können.


Lohnt sich der Dokumentarfilm für dich?


In seinem Dokumentarfilm „Happiness“ begleitet der französische Dokumentarfilmer Thomas Balmès 2013 den 8-jährigen Jungmönch Peyangki, bevor in dessen Bergdorf als letztem in Bhutan Strom, Fernsehen und Internet Einzug halten. „Sing me a song“ ist die Fortsetzung von Peyangkis Geschichte. Und der Kontrast könnte größer nicht sein: Während wir im ersten Teil ein idealistisches, auf seine spirituelle Aufgabe konzentriertes Kind kennenlernen, treffen wir nun auf einen jungen Mann, der sich lieber die Zeit mit dem Handy vertreibt statt zu beten. Gemeinsam mit anderen jugendlichen Mönchen spielt Peyangki auch mal in der Stadt Egoshooter-Spiele oder sie kaufen sich Spielzeugwaffen und ballern damit durch die Gegend. Das Dating verläuft dann leider auch anders, als Peyangki sich das vorgestellt hatte. Ernüchternd muss er feststellen, dass Ugyen ihm gegenüber „vergessen“ hat zu erwähnen, dass sie schon ein Kind hat. Außerdem findet sie, dass Peyangki kleiner ist, als er bei WeChat wirkte. Eindrücklich erzählt Balmès so eine Geschichte, die immer wieder die Frage stellt, ob der technische Fortschritt wirklich ein Fortschritt für die Zufriedenheit der Menschen bedeutet oder nicht. So pointiert die Situationen und Dialoge in „Sing me a song“ auch sind, manchmal fragt man sich, ob man hier wirklich einen Dokumentarfilm sieht oder doch eine Inszenierung. Die visuelle Kraft der mal absurden, mal berührenden Bilder ziehen einen aber immer wieder in den Bann, ebenso wie die frische Unverstelltheit der jungen Protagonisten.

Kirsten Loose

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