Ron läuft schief

Länge:
107 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 10 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
21.10.2021
Regie:
Alessandro Carloni, Jean-Philippe Vine
Darsteller:
Synchronstimmen im Original: Jack Dylan Grazer (Barney), Jack Dylan Grazer (Ron), Ed Helms (Barneys Dad), Olivia Colman (Donka), Justice Smith (Marc), Rob Delaney (Andrew) u .a.
Genre:
Animation , Abenteuer , Familienfilm , Science-Fiction
Land:
USA, Großbritannien, 2020

Stell dir vor, du hast einen Roboter an der Seite, der immer für dich da ist. Der dich besser kennt als du dich selbst, der deine Leidenschaften teilt und sogar neue Freunde für dich findet. In Disneys neuen Animationsfilm „Ron läuft schief“ haben alle so einen Roboter – nur Barney nicht. Deswegen steht er auch immer allein in der Pause auf dem Schulhof, während seine Mitschüler:innen Spaß haben und über ihre Social-Media-Kanäle die ganze Welt daran teilhaben lassen. Bis ihm sein Vater dann doch einen der beliebten „B-Bots“ besorgt. Aber wie es scheint, ist bei dem etwas mächtig schief gelaufen …


Was dich im Animationsfilm „Ron läuft schief“ erwartet:


Während der Technologiekonzern Bubbles mit einem Algorithmus für Freundschaft und den beliebten B-Bots die Welt verändert, scheint Barney mit seinem erfolglosen Unternehmervater und einer Großmutter, die kaukasische Lieder trällert und im Garten Hühner und Ziegen hütet, geradezu in der Steinzeit zu leben. Außerdem ist er mittlerweile der Einzige an der gesamten Schule, der noch keinen Roboterfreund hat. Dafür muss er in der Schule jede Menge Spott einstecken. Seine letzte Hoffnung ist sein anstehender Geburtstag – doch statt der Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches bekommt er bloß eine selbstgestrickte Mütze und ein Steinsammler-Set. Als sein Vater endlich das Leid seines Sohnes erkennt und ihm schließlich doch einen B-Bot besorgen will, bekommt er nur noch ein Ausmusterungsstück, das aus dem Lieferwagen gefallen ist. Mit turbulenten Folgen: Denn weil sich Barneys neuer Roboterfreund Ron nicht mit dem Bubbles-Netzwerk verbinden kann, muss er die Welt erst noch kennenlernen – auch was überhaupt Freundschaft ist –, interpretiert Anweisungen auf äußerst eigensinnige Weise und hat darüber hinaus keine festgelegten Sicherheitseinstellungen. Also Chaos werkseitig vorprogrammiert!


Warum der Film „Ron läuft schief“ richtig Spaß macht:


Niedlich gemachte Animationsfilme über Freundschaft gibt es eine ganze Menge – und viele davon wirken austauschbar, während zumindest ein paar so richtig gut sind. „Ron läuft schief“ fällt eindeutig unter die letzte Kategorie. Nicht weil die Story so außergewöhnlich wäre oder eine besonders deepe Message transportieren würde. Sondern weil der Film einfach von vorne bis hinten Spaß macht und bereits vertraute Blinkwinkel auf erfrischende Weise neu in Szene setzt:

Dass die allgegenwärtige Smartphone- und Social-Media-Dominanz mit dem nächsten „Evolutionsschritt“ der Roboterfreunde auf die Spitze getrieben wird, führt uns noch einmal ziemlich deutlich vor Augen, wie sehr sich die Welt verändert hat – und das eben nicht nur zum Guten. Sicher, ein vollkommen technikfernes Leben wie Barneys rustikal-charmante, aber zugleich ein bisschen wahnsinnige Großmutter Donka möchten heutzutage die wenigsten von uns. Aber wenn ohne Roboterfreund überhaupt kein Miteinander mehr möglich ist, alle nur noch nach Likes und Followern haschen und die hinter den Innovationen stehenden Tech-Konzerne nahezu allmächtig sind, kann das leicht nach hinten losgehen. Diese Gefahr wird hier sehr schön verkörpert durch den rücksichtslosen Bubbles-COO (Chief Operating Officer) Andrew, der im Gegensatz zum jungen idealistischen Gründer Marc allein an die Verkaufszahlen und den Aktienkurs denkt – während ihm Datenschutz und Sicherheit der Kinder herzlich egal sind. Diese Vorgehensweise wird manchmal fast schon ein bisschen zu direkt dargestellt; aber die Parallelen zur Realität sind unverkennbar und manchmal ist direkt ja schon ganz gut. Dabei sorgt der Film wie beiläufig dazu, dass auch wir uns selbst mitunter ertappt fühlen. Etwa mit dem, was Barney an einer Stelle zu seiner Oma sagt: „Heutzutage flickt niemand mehr etwas. Sondern bringt es zurück und ...“

Zum Glück ist Ron hier die rettende Ausnahme. Mit jeder Menge Situationskomik und einer naiv-chaotischen Lebensfreude, wie sie ironischerweise wohl nur ein schief laufender Roboter aufbringen kann, sorgt er für befreiende Lacher und zeigt uns auf herzerwärmende Weise, dass es auch anders geht. Er verschickt Freundschaftsanfragen per Post-it-Zettel, treibt die wildesten „Freunde“ für Barney auf der Straße auf und weist ihn darauf hin, dass ein Vogel auf sein Gesicht kommentiert hat. Und lässt uns noch einmal so richtig spüren, dass wahre Freundschaft ruhig ein bisschen verrückt sein darf – wenn nicht gar unbedingt sein sollte!


Unser Fazit zu Disneys „Ron läuft schief“:


Mit seinem mitreißenden Spaßfaktor, der sich an keinerlei Altersbeschränkung hält, ist „Ron läuft schief“ der perfekte Familienfilm. Es wird sicher zahlreiche Lacher geben und den einen oder anderen mitfühlenden Schluchzer, denn so mancher Schlüsselmoment geht voll ans Herz. Außerdem ist der Film nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern zumindest im Ansatz auch ein guter Anreiz, sich noch mal zu überlegen, wie wir uns im Netz bewegen und wie viel Kontrolle über unser Leben wir künftig den großen Tech-Konzernen dieser Welt überlassen möchten. Absolute Empfehlung!

Marius Hanke

Anbieter

FilmverleihWalt Disney Germany