Rafiki

Länge:
82 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
31.01.2019
Regie:
Wanuri Kahiu
Darsteller:
Samantha Mugatsia (Kena), Sheila Munyiva (Ziki), Jimmi Gathu (John Mwaura, Kenas Vater), Nini Wacera (Mercy, Kenas Mutter), Dennis Musyoka (Peter Okemi, Zikis Vater), Patricia Amira (Rose Okemi, Zikis Mutter), Neville Misati (Blacksta), Muthoni Gathecha (
Genre:
Drama , Literaturverfilmung , Love Story
Land:
Kenia, Frankreich, Südafrika, 2018

Die Welt der selbstbewussten jungen Kena aus Nairobi ist klein und überschaubar, denn die Zukunft als gute Ehefrau und Krankenschwester scheint ihr vorgezeichnet. Ihre Eltern haben sich allerdings getrennt und der Vater hat nicht nur eine neue Familie gegründet sondern strebt auch eine Laufbahn als Politiker an. Da verliebt sich Kena Hals über Kopf ausgerechnet in Ziki, die Tochter des Konkurrenten ihres Vaters um das Amt eines Abgeordneten. Heimlich träumen die beiden jungen Frauen von einer gemeinsamen wunderbaren Zukunft, in der die begabte Kena ihr berufliches Potenzial auch voll ausschöpfen darf. Lange können sie ihre lesbische Beziehung aber nicht geheim halten. Als die Sache herauskommt, werden sie von einem aufgewiegelten Mob fast zu Tode geprügelt und von der Polizei verhört, denn in Kenia stehen homosexuelle Beziehungen noch unter Strafe. Zikis Vater, ein knallharter egomanischer Geschäftsmann, kann das zwar verhindern, aber er sorgt auch dafür, dass die beiden Liebenden getrennt werden und sich erst viele Monate später erneut begegnen.


Auf Swahili bedeutet der Titel des ersten kenianischen Spielfilms, der auf den Filmfestspielen von Cannes gezeigt wurde, „Freund“ oder „Freundin“. So bezeichnen sich offiziell die Menschen, die in einer in Kenia noch verbotenen homosexuellen Beziehung leben. Wanuri Kahiu hat sich für ihren Film die preisgekrönte Kurzgeschichte „Jambula Tree“ (2008) der ugandischen Autorin Monica Arac de Nyeko zur Vorlage genommen, um von einer afrikanischen Jugend zu erzählen, die gegen überkommene Traditionen und die Generation der Eltern aufbegehrt und von einem selbstbestimmten und freien Leben träumt, eine mögliche gleichgeschlechtliche Partnerwahl inbegriffen. Ihr Film wurde in Kenia mit einem Aufführungsverbot belegt, was der nationalen und internationalen Diskussion über Homophobie zusätzlichen Zündstoff gab. Gleichwohl geht es in dem eindrucksvoll in Szene gesetzten, symbolkräftig aufgeladenen Film, der allein schon wegen seiner beiden charismatischen Hauptdarstellerinnen sehenswert ist, keineswegs „nur“ um eine lesbische Beziehung. Neben handfester Kritik an der Gesellschaft und dem politischen Establishment gelingt es der Regisseurin, geradezu spielerisch eine Vision von einem anderen, einem „fröhlichen“, hoffnungsvollen und zukunftsorientierten Afrika zu entwerfen.

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