Promising Young Woman

Länge:
114 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 16 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 16 Jahren
Kinostart:
19.08.2021
Regie:
Emerald Fennell
Darsteller:
Carey Mulligan (Cassie), Bo Burnham (Ryan), , Alison Brie (Madison), Chris Lowell (Al), Jennifer Coolidge (Susan), Clancy Brown (Stanley), Laverne Cox (Gail), Connie Britton, Adam Brody, Max Greenfield
Genre:
Thriller , Comedy
Land:
USA, Großbritannien, 2020

Was dich im Film „Promising Young Woman“ erwartet:


Nachts hängt Cassie in Clubs herum, scheinbar sturzbetrunken und wehrlos, bis irgendein Mann sie nach Hause bringen will, um dann doch bei der eigenen Wohnung zu stoppen und sie in sein Bett zu verfrachten. Plötzlich ist Cassie hellwach, offenbar gar nicht alkoholisiert und macht dem Mann hart und deutlich klar, dass er hier gerade einen Übergriff begeht. Über diese Aktionen führt sie eine bereits beeindruckend lange Strichliste. Tags langsweilt sie sich bei ihrem Job in einem Coffeeshop und lebt mit fast 30 noch bei ihren Eltern. Die Arbeit scheint sie sichtlich zu unterfordern. Dabei hätte alles ganz anders kommen können, doch ihr Medizinstudium hat Cassie abgebrochen. Nach und nach entblättert „Promising Young Woman“, wie es dazu kam. Denn Cassie übt Rache für ihre beste Freundin Nina, die als Studentin vergewaltigt wurde und der niemand glaubte. Doch dann läuft Cassie ihr ehemaliger Kommilitone Ryan über den Weg. Der ist aufrichtig an ihr interessiert, witzig und respektiert ihre Grenzen. Tatsächlich könnte dies etwas Ernstes werden. Beginnt Cassie, ihr eigenes Leben weiterzuleben oder ist die Vergangenheit stärker?


Warum sich ein Blick in „Promising Young Woman“ lohnt:


„Promising Young Woman“ lässt sich mit „vielversprechender junger Frau“ übersetzen. Sowohl Cassie als auch ihre Freundin Nina hätte man als solche bezeichnen können, denn ihnen standen alle Möglichkeiten offen. Doch das war einmal, denn ein sexueller Übergriff hat beider Leben zerstört. Nina ist tot. Cassie kann nicht vergessen. Emerald Fennell, die als Schauspielerin in ihrer Rolle als Camilla Parker-Bowles in „The Crown“ breite Bekanntheit erlangte und als Showrunnerin die zweite Staffel von „Killing Eve“ schrieb, macht in ihrem Spielfilmdebüt schonungslos bewusst, was passiert, wenn einer Frau, die vergewaltigt wurde, nicht geglaubt wird. War Nina nicht selbst schuld, weil sie betrunken war, gern Sex hatte und auch an dem Abend der Tat „ihren Spaß hatte“? Soll wegen ihrer Anschuldigung wirklich das Leben und die Karriere eines jungen Mannes „zerstört“ werden? Emerald Fennell lässt ihre Heldin Cassie mit aller Härte vorführen, wie bodenlos diese Argumente die Tat herunterspielen und nicht haltbar sind. Besonders schmerzhaft wird es, wenn Cassie Frauen konfrontiert, die dieses Verhalten noch mit unterstützen.

So ernst und berührend diese Auseinandersetzung mit diesem Thema ist, so ungemein unterhaltsam ist  „Promising Young Woman“ zugleich. Emerald Fennell schafft es, den Vergewaltigungsrachefeldzug ihrer Heldin mit thrillerartiger Spannung und immenser Komik zu erzählen. Zu Recht wurde sie für ihr Drehbuch mit dem Oscar ausgezeichnet. Kluge witzige Dialoge, ein genauer Blick für popkulturelle Bezüge und musikalische Zitate (wie Paris Hilton oder Britney Spears), die pointierte, bunte Gestaltung von Kostümen und Ausstattung und eine hervorragende Carey Mulligan als Cassie machen den Film zu einem sehenswerten Erlebnis, das lange in einem nachklingt.

Kirsten Loose

Anbieter

FilmverleihUniversal