Official Secrets

Länge:
112 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
21.11.2019
Regie:
Gavin Hood
Darsteller:
Keira Knightley (Katharine Gun), Matt Smith (Martin Bright), Ralph Fiennes (Ben Emmerson), Matthew Goode (Peter Beaumont), Indira Varma (Shami Chakrabarti), Rhys Ifans (Ed Vulliamy), Adam Bakri (Yasar Gun)
Genre:
Thriller , Politischer Film , Biopic , Drama
Land:
USA, Großbritannien, 2019

Das Leben schreibt die spannendsten, aber auch beklemmendsten Geschichten. Im Jahr 2003 arbeitet Katharine Gun als Übersetzerin für den britischen Geheimdienst, als ein streng geheimes NSA Memo auf ihrem Schreibtisch landet. Sie und weitere 100 Mitarbeiter der Abteilung sollen eine Operation lancieren, die auf einer Lüge beruht. Der Irak habe Atomwaffen, mit dieser vermeintlichen Wahrheit sollen die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen erpresst werden, für die Invasion von George W. Bush zu stimmen. Gun lässt die Information trotz erheblichen persönlichen Risikos durchsickern – eine spontane Aktion, die auf ihrer starken Überzeugung fußt, dieser Krieg werde zu Unrecht geführt und zahllose zivile Opfer fordern. Gleichzeitig ist ihr bewusst, dass sie nicht nur gegen den National Security Act verstößt und sich strafbar macht, sondern auch das Wohl ihres Ehemannes Yasar gefährdet, der als kurdischer Türke mit ihr in London lebt. Matt Smith, ein engagierter Journalist des „Observers“, springt für die explosive Story in die Bresche, die Zeitung veröffentlicht schließlich das komplette Memo. Die Geschichte geht um die Welt, die UN empört sich und stimmt nicht für die Invasion, Bush marschiert dennoch in den Irak ein. Für Katharine beginnt eine höllische Zeit der Unsicherheit, bis ihr der Prozess gemacht wird.

Das spannende Drama über eine überaus mutige Frau basiert 1:1 auf realen Ereignissen und gibt Einblick in die Arbeit des investigativen Journalismus, die sogenannte vierte Macht im Staat. Mit Dringlichkeit verdeutlicht der Film, wie essenziell diese für die Demokratie ist, zeigt aber auch den immensen Mut der Whistleblower, die für die Wahrheit ein extremes persönliches Risiko eingehen. Whistleblower gelten unter Politikern gemeinhin als Verräter, denen keinerlei Unterstützung oder gar Anerkennung für ihre Taten zusteht. Keira Knightly verleiht der Rolle ebenso zurückgenommen wie emotional intensiv die nötige Wucht. Zwischen existentieller Angst und Zweifeln und bemerkenswerter Aufrichtigkeit und Stärke liefert sie keine neue überlebensgroße Kinoheldin ab, sondern leuchtet alle Facetten ihrer Haltung und ihres Handelns aus. Alle weiteren Rollen sind ebenfalls sehr gut besetzt. Guns Rechtsanwalt Ben Emmerson, ein Spezialist für Menschrechte, wird von Ralph Fiennes mit der nötigen feinen Intelligenz verkörpert.

Der Untertitel „Das Erste, was im Krieg stirbt, ist die Wahrheit“ erhält hier ein dringliches Plädoyer. Bis hin zum durchschaubar politischen Manöver der Staatsanwaltschaft erschrecken die dreisten Machenschaften der Politik. Auch wenn die Ereignisse über 16 Jahre zurück liegen, trifft der Film in der Gegenwart ins Schwarze. In Zeiten von hochoffiziellen Lügen und andauernder weltweiter Verfolgung von Whistleblowern, aber auch der öffentlichen Verunglimpfung der Presse, erscheint diese Geschichte relevanter denn je.

cra

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