Mein Name ist Klitoris

Länge:
88 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
16.09.2021
Regie:
Daphné Leblond, Lisa Billuart Monet
Darsteller:
/
Genre:
Dokumentation
Land:
Belgien, 2019

Der Filmtitel „Mein Name ist Klitoris“ mag für die einen cool klingen. Anderen könnte es jedoch Selbstbewusstsein abverlangen, ihn beim Kartenkauf an der Kinokasse auszusprechen. Dabei ist der Dokumentarfilm der Regisseurinnen Daphné Leblond und Lisa Billuart Monet nicht konfrontativ oder übermäßig explizit. Die Filmemacherinnen wollten einen Film machen, den sie als Jugendliche selbst gern gesehen hätten. Das ist ihnen wunderbar gelungen.


Worum sich die Doku „Mein Name ist Klitoris“ dreht:


Wie sieht eine Klitoris aus? Wann hast du zum ersten Mal Lust empfunden? Mit wem kannst du über Sexualität sprechen? Wie war der Sexualkundeunterricht für dich? Zwölf junge Frauen zwischen Anfang und Mitte 20 sprechen über ihre sexuellen Erfahrungen, ihre Unsicherheiten und darüber, wie sie aufgeklärt wurden. In den offenen Interviews wird deutlich, wie wenig über weibliche Sexualität gesprochen wird und wie dieser Mangel an Diskussion sowie Scham und stereotype Rollenerwartungen es nicht unbedingt leicht machen, als junge Frau für sich herauszufinden, wie der eigene Körper funktioniert, was ihm Lust macht und wie man dies selbstbewusst einfordert.


Lohnt sich ein Blick in den Dokumentarfilm für mich?


Die so intimen wie offenen Gespräche sind in entspannter Atmosphäre auf Augenhöhe geführt und eröffnen einen umfassenden Blick auf weibliche Sexualität – ganz anders als die auf Biologie und Fortpflanzung reduzierte Sexualkunde oder die einseitige, falsche Erwartungen weckende Darstellung in vielen Pornos. Wie man seine Lust in heterosexuellen wie gleichgeschlechtlichen Beziehungen lebt, ist dabei genauso Thema wie der Umgang mit Schönheitsidealen und Körpernormen, die Druck erzeugen. Vor allem aber ist „Mein Name ist Klitoris“ nicht nur aufklärerisch, sondern ermutigt, selbst ins Gespräch zu gehen. Denn mit einer Selbstverständlichkeit über Sexualität zu sprechen, ermöglicht nicht nur, Lust besser zu erleben, sondern auch seine Rechte durchzusetzen und Grenzen zu ziehen, um sexuelle Gewalt zu verhindern. Ein Film, der mit großer Leichtigkeit junge Frauen zu Selbstbewusstsein und Selbstermächtigung aufruft – und ebenso sehenswert und lehrreich für junge Männer ist.

Kirsten Loose

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