Measure of a Man - Ein fetter Sommer

Länge:
100 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
13.06.2019
Regie:
Jim Loach
Darsteller:
Blake Cooper (Bobby Marks), Dr. Kahn (Donald Sutherland), Beau Knapp (Willie Rumson), Danielle Rose Russell (Joanie Williams), Judy Greer (Lenore Marks), Liana Liberato (Michelle Marks), Luke Wilson (Marty Marks)
Genre:
Tragikomödie , Jugend , Literaturverfilmung
Land:
USA, 2018

Jedes Jahr verbringt der Teenager Bobby Marks mit seinen Eltern Lenore und Marty und seiner Schwester Michelle die warmen Ferienmonate in einem Haus am See. Eigentlich ein schöner Ort zum Entspannen, doch viel abgewinnen kann der unsichere Jugendliche, der wegen seines Übergewichts häufig schikaniert wird, dem Familienurlaub nicht. Einziger Lichtblick ist das Wiedersehen mit seiner besten Freundin Joanie Williams, die sich aufgrund ihrer großen Nase ebenfalls ständig dumme Sprüche anhören muss. Als sie Bobby im Sommer 1976 kurz nach seiner Ankunft eröffnet, dass sie für einige Wochen in die Stadt zurückfahre, rauscht seine Laune schnurstracks in den Keller. Eher widerwillig bewirbt er sich daraufhin um eine Stelle als Gartenaushilfe beim strengen Dr. Kahn und erhält zu seiner eigenen Verwunderung den Zuschlag. Der alte Mann lässt allerdings kein gutes Haar an Bobbys Arbeit und setzt kurzerhand den vereinbarten Lohn herab. Zu allem Überfluss terrorisiert auch noch der Einheimische Willie Rumson mit seiner Clique den verschüchterten Jungen.

„Measure of a Man – Ein fetter Sommer“ basiert auf einem Jugendbuch von Robert Lipsyte, das bereits 1977 das Licht der Welt erblickte. Verantwortlich für die Adaption zeichneten Drehbuchautor David Scearce (A Single Man) und Regisseur Jim Loach („Oranges and Sunshine“), dessen Vater Ken Loach als Meister des britischen Sozialdramas gilt. Die Geschichte des Mobbingopfers Bobby Marks, das sich anfangs gegen die Attacken seiner Peiniger nur schlecht zu wehren weiß, entpuppt sich als nostalgisch gefärbter, unaufgeregt erzählter Coming-of-Age-Film mit einem sympathischen Außenseiter im Mittelpunkt. Obwohl sich der drangsalierte Teenager mehrfach in einer bedrohlichen Lage wiederfindet, schildern die Macher seine langsame Reifung zu einem selbstbewussten jungen Mann auf erstaunlich leichtfüßige und warmherzige Weise. Viele Handlungselemente dürften dem Publikum bestens vertraut sein. Ein ums andere Mal gelingt es der Tragikomödie aber auch, den Zuschauer mit ihren Entwicklungen zu überraschen. Loach und Scearce hätten den von Altstar Donald Sutherland gespielten, mit einigen Kalenderweisheiten um sich werfenden Dr. Kahn sicherlich etwas subtiler als Mentor in Stellung bringen können. Die überexpliziten Momente halten sich zum Glück jedoch in Grenzen und sorgen nicht dafür, dass man das Interesse an Bobbys Erlebnissen verliert.

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