Maria Stuart, Königin von Schottland

Prädikat besonders wertvoll
Länge:
124 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 14 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 12 Jahren
Kinostart:
17.01.2019
Regie:
Josie Rourke
Darsteller:
Saoirse Ronan (Maria Stuart), Margot Robbie (Elisabeth I.), Gemma Chan, David Tennant, Brendan Coyle, Jack Lowden, Maria Dragus
Genre:
Historienfilm , Drama
Land:
USA, Großbritannien, 2018

Im Jahr 1561 kehrt die 19jährige Maria Stuart nach dem Tod ihres Mannes, dem König von Frankreich, in ihre Heimat Schottland zurück. Sie will, wie es ihr rechtmäßig zusteht, den dortigen Thron besteigen und ihr Land regieren. Zunächst ist dies im friedlichen Einvernehmen mit ihrer Cousine Elisabeth I., der Königin von England, geplant. Doch Maria könnte auch Anspruch auf den englischen Thron erheben und dies durch die Geburt eines Thronfolgers untermauern. Die kinderlose Elisabeth ist dadurch zunehmend unter Druck. Zumal die - männlichen - Berater und der Hofstaat der beiden Königinnen ihre eigene Agenda haben und auf die Frauen einwirken. So schaukelt sich der Machtkampf zwischen Maria und Elisabeth immer weiter hoch.

Maria Stuarts Kampf mit Elisabeth um den englischen Thron wurde vielfach für Theater wie Film dramatisiert. Zum im Deutschunterricht behandelten Klassiker von Friedrich Schillers ist die Verfilmung durch eine weibliche Regisseurin mit zwei jungen namhaften Schauspielerinnen ein interessantes Gegenüber. Die bisher fürs Theater arbeitende Josie Rourke zeigt Maria Stuart als ungestüme und stolze Person. Elisabeth dagegen lebt nur für ihr Land, seinen Machterhalt und dynastische Schachzüge. Beide Königinnen werden als Opfer des männlichen weißen Patriarchats inszeniert. Zwei Frauen, die hätten Freundinnen sein können, von ihren Beratern aber gegeneinander aufgehetzt werden. Das mag angesichts #metoo und Genderdebatten eine zeitgemäß ansprechende Interpretation sein und ermöglicht schnell, Sympathien für beide Frauen zu entwickeln. Doch so macht der Film es sich etwas einfach und scheut davor zurück, die Königinnen als machtbewusste, komplexe Subjekte des Geschehens zu zeigen. Das ist schade, zumal derzeit „The Favourite“ demonstriert, wie interessant und spannend eine solche Komplexität sein kann. Auch in seinen opulenten Bildern ist „Maria Stuart, Königin von Schottland“ zwar eindrucksvoll, aber eher konventionell gestaltet. Trotzdem ist der Film spannend erzähltes Historienkino aufgrund seiner beiden starken Hauptdarstellerinnen Saoirse Ronan („Ladybird“) und Margot Robbie („I, Tonya“) durchaus sehenswert.

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