Madison – ungebremste Girlpower

Länge:
87 Minuten
Altersempfehlung:
Ab 10 Jahren
FSK-Freigabe:
Ab 6 Jahren
Kinostart:
16.09.2021
Regie:
Kim Strobl
Darsteller:
Felice Ahrens (Madison), Emilia Warenski (Vicky), Yanis Scheurer (Jo), Samuel Girardi (Luggi), Florian Lukas (Timo, Madisons Vater), Maxi Warwel (Katharina, Madisons Mutter) u. a.
Genre:
Jugend , Abenteuer
Land:
Deutschland, Österreich, 2019

Worum es in „Madison – ungebremste Girlpower“ geht:


Radfahren soll doch in erster Linie Spaß machen, oder? Für die zwölfjährige Madison bedeutet das im Gegenteil nur Schweiß und harte Arbeit. Sie bewundert ihren Vater Timo, der als Radprofi von Sieg zu Sieg eilt und darauf besteht, dass Madison mindestens genauso ehrgeizig ist wie er selbst. Die Eltern leben getrennt, zu unterschiedlich sind ihre Vorstellungen gerade auch in der Erziehung der Tochter. Den Beziehungen von Timo ist es zu verdanken, dass Madison in den Sommerferien in ein elitäres Trainingslager aufgenommen wird, obwohl sie dafür noch zu jung ist. Als sie nach kurzer Zeit ausgeschlossen wird, muss sie wohl oder übel ihre Ferien mit Mutter Katharina in den Tiroler Bergen verbringen. Mit ihrem High-Tech-Rennrad kann sie dort bei den einheimischen Jugendlichen nicht punkten. Insbesondere die Jungs stehen mehr auf Mountainbikes und abenteuerliche Abfahrten in einem Bike-Park mitten im Wald mit akrobatischen Sprüngen über Hügel und schmale Holzbrücken hinweg. Madison schneidet als Mädchen bei den neuen sportlichen Herausforderungen gar nicht so schlecht ab. Was aber wahre Freundschaft bedeutet, zumal wenn Liebe und Eifersucht mit im Spiel sind, muss sie erst noch lernen.


Lohnt sich ein Blick in „Madison – ungebremste Girlpower“ für mich?


Selbst wenn ihr nicht auf Mountainbikes und Parcours-Fahrten stehen solltet oder in der Stadt und nicht inmitten der Natur aufgewachsen seid: Wenn die Bikes über die Kamera hinwegfliegen oder die rasanten Abfahren über Stock und Stein direkt aus der Perspektive der Fahrenden gefilmt sind, ist das spannend und ein echter Hingucker. In dieser Hinsicht lässt der Film nichts zu wünschen übrig. Keine Frage, diese Sportart macht wirklich Spaß und steht damit in deutlichem Kontrast zum Hochleistungssport, der heute von Leistungsdruck und Konkurrenz bestimmt wird. Dramaturgisch nicht ganz so gelungen ist der Konflikt zwischen Vater und Tochter, der allzu klischeehaft wirkt. Madison, von ihren Eltern benannt nach einer speziellen Disziplin des Bahnradsports, macht es uns nicht leicht, sie sofort ins Herz zu schließen, denn sie reagiert anfangs reichlich zickig und egoistisch. Da gibt ihre neue Freundin Vicky eine wesentlich bessere Figur, weil sie von Anfang an sportlich und aufgeschlossen wirkt und damit nicht nur für Madison zum Vorbild wird. Der Debütspielfilm der Österreicherin Kim Strobl entstand übrigens im Rahmen der Initiative „Der besondere Kinderfilm“, in der sich mehrere TV-Sender und Institutionen zusammengeschlossen haben, um auch ungewöhnlichen Filmstoffen, die nicht nach literarischen Vorlagen entstanden sind, eine Chance zu geben.

Holger Twele

Anbieter

FilmverleihFarbfilm Verleih